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Home » Das Geheimnis hinter 4711 Kölnisch Wasser
Wirtschaft

Das Geheimnis hinter 4711 Kölnisch Wasser

MitarbeiterBy MitarbeiterAugust 1, 2026
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Das Geheimnis hinter 4711 Kölnisch Wasser

Kölnisch Wasser

Das Geheimnis hinter 4711


Aktualisiert am 01.08.2026 – 17:59 UhrLesedauer: 7 Min.

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4711-Flakon: Die Geschichte des Kölnisch Wasser reicht bis in das 18. Jahrhundert zurück. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/Gerd Harder/imago)

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Fast jeder kennt 4711 – doch kaum jemand möchte noch danach riechen. Das Unternehmen hinter einer der ältesten Duftmarken setzt deshalb auf alles andere als die alte Rezeptur.

Mit eiligen Bewegungen stellen Frauen in weißen Hygienekitteln kleine Glasfläschchen auf ein Fließband. Roboterarme greifen zu, befüllen die Flakons mit einer durchsichtigen Flüssigkeit und drehen einen Sprühkopf sowie einen Deckel obendrauf. Die Anlage, über die bis zu 100 Flakons die Minute laufen, umgibt ein penetrant süßlicher Geruch. Und: Es ist extrem laut.

Die Fließbandfertigung ist das Herzstück von Mäurer & Wirtz, einem Traditionsunternehmen aus Stolberg im Rheinland, ganz im Westen Deutschlands. Fast jeder in Deutschland kennt das Flaggschiff des Unternehmens, den Duft 4711 Kölnisch Wasser. Doch um zu wachsen, setzt der Geschäftsführer auf Innovation statt auf alte Rezeptur. Mit Erfolg.

Während der Rest der hiesigen Wirtschaft stagniert und viele Unternehmen beinahe täglich Stellenabbau und Standortschließungen verkünden, wächst der Mittelständler gegen den Trend. t-online hat die Firma in Stolberg besucht.

Mäurer & Wirtz aus Stolberg

Die Parfümfabrik liegt in einem etwas in die Jahre gekommenen Gebäude auf einem großen Industriegelände am Rande von Stolberg. Ein alter Aufzug fährt in die zweite Etage, in der nach Unternehmensangaben bis zu 160.000 Flaschen Parfüm am Tag befüllt werden können. Teile der Produktion sind automatisiert, viele der Arbeitsschritte übernehmen aber weiterhin Menschen. Von den rund 400 Mitarbeitern sind fast drei Viertel Frauen. Die Tarifbeschäftigten am Band verdienen 3.000 bis 4.000 Euro brutto im Monat und wechseln alle zwei Stunden die Station, um nicht zu lange den gleichen, monotonen Handgriff auszuüben.

Alle zwei Stunden Abwechslung: Mitarbeiterinnen stellen Flakons auf das Fließband.Vergrößern des Bildes
Alle zwei Stunden Abwechslung: Mitarbeiterinnen stellen Flakons auf das Fließband. (Quelle: Jakob Hartung)

Einen Stock höher sitzt Stephan Kemen. Der Geschäftsführer der Duftfabrik trägt blondgefärbte Strähnchen, Hornbrille und einen Nadelstreifenanzug. Der 43-Jährige kommt aus der Region und war früher Fußballprofi bei Alemannia Aachen. „Mit 22 habe ich gemerkt, dass das mit der 1. Liga nichts wird“, sagt Kemen. Er studierte BWL, entdeckte seine Leidenschaft für das Marketing und fing in der Kosmetik-Industrie an. Nebenbei lud er Bilder auf Instagram hoch und brachte es als Mode-Influencer zeitweise auf rund 140.000 Follower. 2014 heuerte er bei Mäurer & Wirtz an, sechs Jahre später war er CEO des Familienunternehmens.

Der Duftmarkt verschiebt sich

Nach seinem Antritt führte er eine „gnadenlose Bestandsaufnahme“ durch. Dabei stellte er fest, dass das Unternehmen fast nur von einem Segment lebte: günstigen Düften zwischen 9 und 20 Euro. „Wir waren zu abhängig von den Drogeriemärkten“, sagt er.

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