Vision Zero: Kampfansage gegen Krebs
Um das Bewusstsein für HPV und der davor schützenden Impfung zu erhöhen, hat sich in Deutschland ein Bündnis gebildet, das sich für mehr Präventionsarbeit gegen den Krebs einsetzt. Vison Zero Oncology ist eine Initiative aus Wissenschaft, Medizin, Medien und Patientenverbänden, um vermeidbare Todesfälle durch Krebserkrankungen zu verhindern. „Wir setzen uns nachdrücklich dafür ein, die Zahl der vermeidbaren krebsbedingten Todesfälle gegen null zu bringen“, sagt Dr. Georg Ralle, einer der Initiatoren und Generalsekretär von Vision Zero. In Deutschland fehle noch eine Präventionsstrategie.
In Ländern, in denen es konkrete Impfprogramme und schulbasierte Gesundheitsaufklärung gebe, würden Jugendliche sich deutlich weniger riskant verhalten, zudem gebe es bessere Früherkennungsquoten, so Ralle. Großbritannien oder Schweden haben dagegen eine HPV-Impfquote von über 80 Prozent. Vision Zero macht sich daher stark für ein nationales Impfregister, systematische Aufklärungskampagnen und Schulimpfprogramme.
Auszeichnung für herausragende Präventionsarbeit
Um die Aufmerksamkeit auf die Vision Zero zu lenken, verleihen die Initiatoren seit 2022 auf ihrem jährlichen Gipfel den Vison Zero Innovation Award. 2026 ist die Auszeichnung außerdem mit 10.000 Preisgeld dotiert. Sie soll Initiativen unterstützen, die mit patientenorientierten Lösungen Prävention, Früherkennung und Therapie voranbringen. Die unabhängige Jury wird geleitet von Prof. Dr. Stefan Fröhling, dem Chef des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg, und koordiniert von Dr. Stefanie Rudolph vom Berlin Institute of Health der Charité. Aus den eingereichten Bewerbungen hat die Jury dieses Jahr die Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung (ÄGGF) als Gewinner ausgewählt.
Vision Zero Innovation Award 2026
Preisträgerin 2026 ist die Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e. V. (ÄGGF). Die Mitglieder des gemeinnützigen ärztlichen Vereins engagieren sich ohne kommerziellen Hintergrund für Aufklärung und Gesundheitsbildung an Schulen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Krebsprävention für Kinder und Jugendliche.
„Die ÄGGF wartet nicht darauf, dass Kinder und Jugendliche von sich aus den Weg ins Gesundheitssystem finden. Sie geht dorthin, wo junge Menschen sind: in die Schule“, sagt Jurypräsident Fröhling über die Preisträger. „Das ist ein zentraler Punkt: Vision Zero darf nicht nur dort wirken, wo Gesundheitswissen ohnehin vorhanden ist. Vision Zero muss gerade auch dort ankommen, wo Prävention bisher nur selten gelingt.“
Das Projekt, mit dem sich die ÄGGF beworben hatte, lautet „Prävention beginnt in der Schule – der bundesweite ÄGGF-Ansatz zur Eliminierung HPV-assoziierter Krebserkrankungen“. Die Gesellschaft hat bundesweit mit knapp 7.500 ärztlichen Workshops in 465 Städten und Gemeinden 2025 mehr als 100.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene über HPV-induzierte Krebserkrankungen aufgeklärt. Wer Schülerinnen und Schüler ab neun Jahren bis zum Schulabschluss gezielt gesundheitlich aufklärt – und ebenso die impfverantwortlichen Eltern einbezieht – stärkt laut Jury die gesellschaftliche Bereitschaft für diese wichtige Schutzmaßnahme.










