Normal oder krankhaft?
Was die Urinfarbe über Ihre Gesundheit verrät
Aktualisiert am 16.08.2026 – 07:23 UhrLesedauer: 3 Min.
Grün, rot oder schwarz: Urin ist längst nicht immer gelb. Je nach Farbe können harmlose Ursachen oder Krankheiten dahinterstecken.
Bis zu zwei Liter Urin scheidet ein Erwachsener täglich aus. Wie viel genau hängt nicht zuletzt von der Trinkmenge ab. Ist der Urin gesund, besteht er zu 95 Prozent aus Wasser. Beim Rest handelt es sich um Abbauprodukte – Harnstoff, Säuren und Salze etwa. Urin ist normalerweise hell- bis dunkelgelb.
Je weniger jemand trinkt, desto dunkler ist der Urin. Doch manchmal nimmt er auch andere Farben an. Das kann harmlos sein – oder ein Anlass, zum Arzt zu gehen.
Welche Farbe sollte Urin haben?
Im Idealfall hat Urin eine hellgelbe bis strohgelbe Farbe. Die leichte Gelbfärbung entsteht durch bestimmte Farbstoffe, die sogenannten Urochrome. Dabei handelt es sich um Stoffe, die beim natürlichen Abbau des Blutfarbstoffs Hämoglobin anfallen.
Wurde wenig getrunken, kann der Urin auch dunklere Gelbtöne annehmen. Anhaltend dunkelgelb sollte er jedoch nicht sein. Das kann etwa ein Hinweis auf eine Leber- oder Gallenerkrankung sein.
Urinfarben und ihre Bedeutung
Ist der Urin nicht gelblich, muss nicht direkt eine Krankheit dahinterstecken. Denn auch die Ernährung beeinflusst die Farbe: Blaubeeren zum Beispiel färben Urin pink. Und auch wenn der Urin rötlich ist, kann das mitunter harmlos sein, etwa wenn Rote Bete oder große Mengen an Himbeeren verzehrt wurden. Dann ist eine vorübergehend rötliche Färbung des Urins normal.
Auch Nahrungsergänzungsmittel (NEM) können die Farbe des Urins beeinflussen. So kann bei einem Präparat mit Vitamin B12 ebenfalls eine Rotfärbung auftreten. Ein Vitamin-B-Komplex kann hingegen für eine kräftige Gelbfärbung des Urins sorgen, bis hin ins Neongelb. Eisenpräparate färben den Urin unter Umständen sogar braun bis schwarz.
Ein grünlich gefärbter Urin ist hingegen eher selten. Dann liegt eventuell eine Infektion mit Bakterien vor. Bestimmte Medikamente wie Antidepressiva können diese Färbung aber ebenfalls verursachen.
Schaumiger Urin ist womöglich ein Anzeichen dafür, dass mit den Nieren etwas nicht in Ordnung ist. Hinter trübem Urin kann sich ein Harnwegsinfekt verbergen. Wann Sie bei trübem Urin besser zum Arzt gehen sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.
Roter und schwarzer Urin deuten auf ernste Erkrankungen hin
Lässt sich spontan keine Erklärung für die Verfärbung des Urins finden und dauert sie länger an, sollte man aber zügig zum Arzt gehen. Insbesondere bei einer Rotfärbung gilt es, wachsam zu sein. Denn: Blut im Harn kann ein Anzeichen für eine schwerwiegende Erkrankung sein. Gleiches gilt für schwarzen Urin: Der kann auf einen Tumor hinweisen.
Bei Frauen ist die häufigste Ursache von Blut im Urin ein Harnwegsinfekt. Auch eine Nierenentzündung und Verletzungen der Nieren oder der Blase können hinter Blut im Urin stecken. Blut im Harn kann auch ein Indiz für einen Tumor oder für Nierensteine sein.