„Katzenwäsche“ statt Dusche

Alpenverein appelliert an Hüttenbesucher


10.08.2026 – 12:28 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine Hütte in den Alpen (Symbolbild): Vielerorts fehlt es an Trinkwasser. (Quelle: IMAGO/Volker Preusser/imago)

Die Trockenheit macht den Hütten in den Alpen große Probleme. Die Wirte reagieren teils mit drastischen Maßnahmen.

Die anhaltende Trockenheit löst in den Alpen zunehmend Probleme aus: Das Wasser wird auf vielen Berghütten immer knapper – mit Folgen für Urlauber. Der österreichische Alpenverein teilte mit, man sehe derzeit „die unmittelbaren Auswirkungen des Klimawandels“. Fehle die Versorgung mit Trinkwasser, komme der Betrieb rasch an seine Grenzen. Der Alpenverein schloss nicht aus, dass einzelne Hütten etwa Duschen für die Besucher sperren müssen.

Der Alpenverein appellierte an Hüttengäste, bewusst und sparsam mit dem Trinkwasser umzugehen. Wer sich etwa für eine kurze „Katzenwäsche“ mit einem Waschlappen statt einer Dusche entscheide, leiste einen wichtigen Beitrag. Sollte die Trockenheit auch im August andauern, könne „nicht ausgeschlossen werden, dass einzelne Hütten ihren Betrieb vorzeitig einstellen müssen“.

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Dramatisch ist die Lage etwa auf der Voisthaler Hütte in der Steiermark. Dort gibt es kaum noch fließendes Wasser, wie Hüttenwirtin Maja Ludwig dem „Tagesspiegel“ sagte. „Wir stinken jetzt eben zusammen“, sagte sie. Der Hütte droht laut ihren Angaben die vorzeitige Schließung Ende des Monats. „Dann sind wir und unsere Angestellten erstmal arbeitslos“, befürchtet Ludwig. Die Gäste seien angehalten, so viel Wasser wie möglich einzusparen.

Hüttenwirt Stephan Jobke von der Rieder-Hütte am Feuerkogel in Österreich sagte t-online: „Die Lage ist sehr kritisch.“ Auf seiner Hütte werde das Wasser rationiert. Trinkwasser werde nur noch in 1,5-Liter-Plastikflaschen ausgegeben, die zuvor per Hubschrauber auf den Berg gebracht würden, so Jobke. „Das ist eine riesige Herausforderung, denn es wird nicht mehr besser werden, und wir merken schon jetzt die Folgen des Klimawandels. Wir müssen uns in den kommenden Jahren darauf einstellen und uns an die neuen Begebenheiten anpassen“, betonte der Hüttenwirt.

Alpenverein: Wassermangel auf Hütten „bittere Realität“

Auch der deutsche Alpenverein (DAV) hatte bereits vor dem Wassermangel gewarnt. Einzelne Hütten würden bereits mit Helikoptern beliefert, hieß es. „Das ist leider bittere Realität, dass das Wasser ausgeht“, ordnete DAV-Sprecher Julian Rohn die Lage ein. „Das ist schon drastisch, zumal es noch relativ früh in der Saison ist.“ Die Folge: „Es sind Wassersparmaßnahmen erforderlich. Sprich, die Waschräume sind nicht mehr zugänglich, die wasserintensiven Spültoiletten müssen durch Trockentoiletten ersetzt werden.“

Wie der Bayerische Rundfunk berichtete, musste eine Hütte in den Alpen bereits zwischenzeitlich den Betrieb einstellen. Die Tölzer Hütte habe wegen des Wassermangels in der vergangenen Woche allen Gästen absagen müssen – inzwischen ist sie nach eigenen Angaben wieder geöffnet.

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