Nach Auktion in Hamburg

DDR-Geisterinsel in der Ostsee: Das haben die Käufer jetzt vor


03.09.2026 – 11:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Insel „Ostervilm“ im Greifswalder Bodden: Nach der Versteigerung in Hamburg soll die marode Anlage saniert und neu genutzt werden. (Quelle: Philip Dulian/dpa/dpa-bilder)

Die Käufer der DDR-Ruine Ostervilm hatten große Pläne. Einige davon haben sie inzwischen verworfen. Was sie mit der Geisterinsel in der Ostsee jetzt vorhaben.

Eine verfallene Militärplattform aus DDR-Zeiten kam im Juni in Hamburg unter den Hammer: Für 60.000 Euro wurde das Nutzungsrecht an der künstlichen Insel Ostervilm versteigert. Die ehemalige Entmagnetisierungsstation der Volksmarine steht im Greifswalder Bodden, einem flachen Küstengewässer der Ostsee südöstlich von Rügen.

Die Sanierung dürfte die neuen Betreiber deutlich mehr kosten als das ersteigerte Nutzungsrecht. Oliver Pesendorfer schätzt die Kosten auf rund 1,5 Millionen Euro. Die Anlage müsse bald saniert werden, sagte er dem Segelmagazin „Yacht“, „damit die Insel nicht auseinanderfällt“.

Käufer kannten die Insel nur aus Videos

Pesendorfer und sein Geschäftspartner Daniel Pflieger aus Hannover konnten die Anlage vor der Versteigerung nicht besichtigen. Sie hätten ihren Zustand lediglich aus Videos gekannt, sagte Pesendorfer der „Yacht“. Erst bei ihrem ersten Besuch sei das ganze Ausmaß der Schäden sichtbar geworden.

Die rund 720 Quadratmeter große Plattform steht seinen Angaben zufolge auf etwa 600 Pfählen in zehn Meter tiefem Wasser. Der Betonkranz um die Pfähle zerfällt und muss erneuert werden. Durch Eisdruck haben sich im vergangenen Winter einige Spalten vergrößert.

Zunächst war ein Luxushotel geplant

Unmittelbar nach der Auktion sagte Pesendorfer der Deutschen Presse-Agentur, er könne sich einen Kultur- und Veranstaltungsort vorstellen. Auch Hochzeiten auf der Plattform wären möglich. Die „Bild“-Zeitung berichtete zudem über Pläne für ein kleines Luxushotel, das auch als Hochzeitsresort dienen sollte. Vorgesehen waren demnach ein Restaurant und ein Bootsanleger. Selbst ein Hubschrauberlandeplatz sei im Gespräch gewesen.

„Wir sind relativ schnell zu dem Schluss gekommen, dass Veranstaltungen oder ein großes Gebäude keinen Sinn machen“, sagte Pesendorfer später der „Yacht“. Die Plattform besitze dafür zu wenig Tragkraft. Zudem würden die Behörden ein solches Vorhaben wahrscheinlich nicht genehmigen.

Stattdessen will Pesendorfer ein oder zwei Modulhäuser aufstellen. Auf der Internetseite des Projekts „Eden Island“ werden Künstlerresidenzen, ein Tonstudio, Workshops sowie Film- und Fotoproduktionen als weitere mögliche Nutzungen genannt. Welche dieser Ideen umgesetzt werden, steht noch nicht fest.

Käufer wollen Rettung mit Genossenschaft finanzieren

Für die Finanzierung befindet sich die Eden Island eG in Gründung. Auf der Internetseite des Projekts „Eden Island“ können Interessierte derzeit unverbindlich Anteile reservieren. In einer ersten Beteiligungsphase sollen 1.000 Anteile zu jeweils 999 Euro ausgegeben werden.

Ein Anteil bedeutet laut der Projektseite weder persönliches Eigentum an der Insel noch ein automatisches Nutzungsrecht. Stephan Tietz von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern bezeichnete die Beteiligung in einem Beitrag des NDR als „sehr, sehr hohes Risiko“. Auch eden-island.de weist darauf hin, dass das eingezahlte Geld teilweise oder vollständig verloren gehen könne.

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