Reisetipp in der Nebensaison
Ohne Umstieg direkt ab Hamburg in die „Goldene Stadt“
17.09.2026 – 11:10 UhrLesedauer: 4 Min.
Morgens an der Elbe einsteigen, am Nachmittag an der Moldau aussteigen: Prag ist von Hamburg ohne Umstieg erreichbar. Besonders in der Nebensaison lohnt sich die tschechische Hauptstadt.
Prag empfängt seine Besucher am Bahnhof mit einem Kontrast: Hinter der historischen Kuppelhalle des Hauptbahnhofs fahren moderne Rolltreppen und Metrozüge in die Gegenwart. Wenige Straßen weiter beginnt die Kulisse, der die Stadt ihren Beinamen verdankt: Türme, Kuppeln und reich verzierte Fassaden, die im tief stehenden Licht tatsächlich golden wirken.
Von Hamburg aus lässt sich die tschechische Hauptstadt bequem ohne Flugzeug erreichen. Direktzüge verbinden den Hauptbahnhof mehrmals täglich mit Prag. Die schnellsten Verbindungen benötigen laut Deutscher Bahn knapp sechs Stunden. Wer am Morgen startet, kann am Nachmittag bereits durch die Altstadt laufen.

Zugfahrt entlang der Elbe und Bergen
Eine Sitzplatzreservierung ist empfehlenswert, vor allem freitags, sonntags und rund um Feiertage. Bei der Buchung lohnt ein Blick auf den Zielbahnhof: Praha hlavní nádraží, kurz Praha hl.n., liegt besonders günstig am Rand der Innenstadt. Einige Züge halten oder enden in Praha-Holešovice; von dort geht es mit Metro oder Straßenbahn weiter ins Zentrum.
Die Strecke selbst gehört zum Reiz der Reise. Hinter Berlin und Dresden folgt der Zug über weite Abschnitte der Elbe. Zwischen Bad Schandau und Děčín ziehen die Felsen der Sächsischen und Böhmischen Schweiz am Fenster vorbei. Proviant braucht es nicht zwingend: In den tschechischen Fernzügen gibt es in der Regel einen Speisewagen oder einen gastronomischen Service – häufig auch mit tschechischen Spezialitäten.
Drei Nächte geben Prag den nötigen Raum
Für einen ersten Besuch sind drei Übernachtungen ideal. Zwei Nächte reichen für Burg, Karlsbrücke und Altstadt, lassen aber kaum Zeit für Viertel abseits der bekannten Route. Mit einem zusätzlichen Tag bleibt Gelegenheit, die Stadt morgens und abends zu erleben – dann, wenn viele Tagesgäste wieder verschwunden sind.

Der erste Weg führt vom Altstädter Ring durch das historische Zentrum. Auf dem Platz stehen das Rathaus mit seiner astronomischen Uhr, die Teynkirche und barocke Bürgerhäuser dicht beieinander.
Von dort geht es durch schmale Gassen zur Karlsbrücke. Sie ist die älteste erhaltene Brücke der Stadt und verbindet die Altstadt mit der Kleinseite. Am schönsten ist sie früh am Morgen, bevor Reisegruppen, Porträtzeichner und Straßenmusiker die 500 Meter lange Verbindung füllen.