Massiver Konzernumbau
Volkswagen will offenbar bis zu 100.000 Stellen streichen
Aktualisiert am 26.06.2026 – 13:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Volkswagen steht laut einem Medienbericht vor einem drastischen Umbau. Demnach könnten weltweit bis zu 100.000 Stellen wegfallen und mehrere Werke geschlossen werden.
Europas größter Autobauer Volkswagen könnte laut einem Medienbericht deutlich mehr Stellen abbauen als bislang bekannt. Wie das „Manager Magazin“ unter Berufung auf Insider berichtet, sollen in den kommenden Jahren konzernweit bis zu 100.000 der derzeit rund 657.000 Arbeitsplätze wegfallen. Damit würde sich das bisherige Sparziel verdoppeln.
Dem Bericht zufolge hat Konzernchef Oliver Blume seine Pläne für ein neues Sanierungskonzept bereits dem Vorstand vorgestellt. Eine endgültige Zahl zum Stellenabbau sei in den Unterlagen allerdings bewusst nicht genannt worden. Nach Angaben eines Insiders solle damit Spielraum für die weitere Ausgestaltung des Programms bleiben.
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Neben dem Stellenabbau könnten dem Bericht zufolge auch vier Werke mittelfristig geschlossen werden. Betroffen wären demnach die Volkswagen-Standorte Hannover, Zwickau und Emden sowie das Audi-Werk in Neckarsulm. Mit dem Auslaufen der dort produzierten Modelle soll die Fertigung eingestellt werden.
Überdies plant der Konzern offenbar eine umfassende Neuordnung seiner Struktur. So sollen die Kernmarke Volkswagen und die Komponentensparte in eigenständige Gesellschaften ausgegliedert werden. Laut dem Magazinbericht könnte das den Weg ebnen, einzelne Unternehmensteile künftig leichter an den Kapitalmarkt zu bringen. Volkswagen selbst äußerte sich zu dem Bericht zunächst nicht.
VW bestätigt: Arbeiten an Zukunftsplan für Neuaufstellung
VW will sich vorerst nicht im Detail zu den Berichten über verschärfte Sparpläne äußern. „Die zugrunde liegenden Sachverhalte werden in den zuständigen Gremien besprochen und verabschiedet. Diesem Prozess werden wir nicht vorgreifen“, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit.
Zugleich bestätigte er: Der Konzernvorstand habe „in den vergangenen Monaten intensiv an einem Zukunftsplan für die Neuaufstellung des Unternehmens gearbeitet“, so der Sprecher. „Es geht darum, das Unternehmen insgesamt effizienter und schlanker aufzustellen sowie technologische Synergiepotenziale konsequent zu nutzen.“
Ziel sei eine „umfassende Transformation“, so der Sprecher weiter. „Der gesamte Konzern – inklusive Marken und Gesellschaften – muss sich tiefgreifend verändern.“ Im nächsten Schritt solle dies nach Befassung des Aufsichtsrats in die Umsetzung gebracht werden. Details zu konkreten Maßnahmen nannte der Sprecher nicht.
Bundesregierung: „Versuchen, jede Schließung natürlich zu verhindern“
Auch die Bundesregierung hält sich angesichts der Berichte bedeckt. Man wolle zu konkreten Berichten keine Stellung nehmen, sagten der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille und der Sprecher des Wirtschaftsministeriums am Freitag in Berlin.
„Wir versuchen, jede Schließung von Standorten in Deutschland natürlich zu verhindern“, fügte der Sprecher des Wirtschaftsministeriums hinzu. „Am Ende sind das doch aber Entscheidungen der Unternehmen, die sie betriebswirtschaftlich treffen müssen.“ Kanzler Friedrich Merz habe mehrfach betont, dass die Regierung an der besseren preislichen Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Deutschland arbeite, sagte der Regierungssprecher.









