Deutschlands größter Fluss bedroht
Wird der Rhein irgendwann komplett verschwinden?
13.05.2026 – 23:09 UhrLesedauer: 3 Min.
Der Rhein könnte völlig austrocknen. Wird Deutschlands größter Fluss bis zum Ende des 21. Jahrhunderts verschwinden? Diese Fragen wirft die Klimakrise auf.
Die Klimakrise wird auch in Deutschland immer deutlicher spürbar. In den gemäßigten Breiten häufen sich Extremwetterlagen: Sowohl Hitzewellen als auch Starkregen nehmen immer mehr zu – mit Folgen wie steigender Hochwassergefahr.
Das betrifft auch den Rhein, die Lebensader im Westen Deutschlands. Der Rhein, der von der Schweiz bis in die Nordsee fließt und zu den meistbefahrenen Wasserstraßen weltweit zählt, wird unter anderem durch die jährliche Gletscherschmelze gespeist. Nach der Schneeschmelze im Frühjahr strömen jedes Jahr große Wassermengen in den Fluss. Sie sorgen dafür, dass die Pegelstände auch in den oft trockeneren Sommermonaten stabil bleiben.
Doch diese Quelle ist endlich. Wissenschaftler prognostizieren, dass bereits zur Mitte des 21. Jahrhunderts kein Gletscherwasser mehr in den Rhein fließen wird – weil die Alpengletscher bis dahin schlicht verschwunden sein könnten. Diese Einschätzung äußerte Meteorologe Andreas Wagner im Sommer 2023 gegenüber dem SWR.
Das passiert mit dem Rhein, wenn das Gletscherwasser fehlt
Optimistischere Berechnungen räumen den Alpengletschern immerhin noch bis zum Jahr 2100 eine Rolle als Wasserlieferant ein. Doch spätestens dann könnte kein Schmelzwasser mehr den Rhein speisen.

Während die Niederschlagsmengen in den Hochgebirgslagen vergleichsweise hoch bleiben werden, spitzt sich die Lage im Flachland zu. Hohe Temperaturen, ausbleibender Regen und fehlendes Gletscherwasser lassen die Pegel drastisch sinken. Auch die Zuflüsse des Rheins könnten den Wassermangel nicht ausgleichen – sie kämpfen selbst mit Hitze und geringen Niederschlägen.

Die Auswirkungen der Trockenheit im Sommer
Besonders deutlich wäre das im Hochsommermonat August: Dann könnte die Wassermenge im Rhein um ein Drittel oder sogar bis zur Hälfte zurückgehen. Das hat die Internationale Kommission für die Hydrologie des Rheingebiets (KHR) berechnet. Zwar sind sich Forschende einig, dass der Rhein nicht vollständig verschwinden wird – doch für Menschen am Rhein und weit darüber hinaus dürften die Folgen gravierend sein.
Enno Nilson, Wissenschaftler an der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG), warnt im Magazin „National Geographic“ vor „erheblichen Änderungen der Umwelt- und Wirtschaftsbedingungen“. Ein deutlich schmalerer Rhein mit wenig Wasser hätte für Menschen in Köln etwa Konsequenzen bei der Trinkwasserversorgung: Komplett ausfallen würde sie zunächst zwar nicht, doch die Preise dürften weiter steigen. In Köln stammt das Trinkwasser aus einem Mix aus Grundwasser und Uferfiltrat – führt der Rhein nur noch die Hälfte an Wasser, hätte das drastische Auswirkungen auf die Wasserverfügbarkeit.










