Mutmaßlich islamistisch motiviert
Anklage: Jugendlicher wollte Märtyrertod sterben
Aktualisiert am 20.04.2026 – 12:22 UhrLesedauer: 1 Min.
Der Schüler einer Berufsschule in Essen ist wegen dreifachen versuchten Mordes angeklagt. Er soll zudem beabsichtigt haben, jüdische Menschen zu töten.
Etwa sieben Monate nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Messerangriff auf eine Lehrerin an einem Berufskolleg in Essen hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen den Tatverdächtigen Erjon S. erhoben. Die oberste deutsche Anklagebehörde wirft dem damaligen Schüler vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf unter anderem dreifachen versuchten Mord vor.
Der damals 17-jährige Angeklagte folge einer islamistisch-dschihadistischen Ideologie und habe Anfang September den Entschluss gefasst, selbst in den Dschihad gegen „Ungläubige“ zu ziehen, schreibt die Bundesanwaltschaft in der Anklageschrift. Anfang September 2025 habe er zunächst an einer Grundschule den ihm bekannten Hausmeister angegriffen und danach an dem Berufskolleg auf seine Lehrerin eingestochen. Wenig später soll er auf der Straße einem fremden Mann in den Rücken gestochen haben. Im Anschluss habe er beabsichtigt, möglichst viele Menschen jüdischen Glaubens zu töten.
Alle drei Opfer überlebten, zum Teil schwer verletzt. Um einer Festnahme zu entgehen und seinen sogenannten Märtyrertod zu provozieren, lief S. schließlich mit vorgehaltenem Messer auf Polizisten zu, wie die Bundesanwaltschaft ausführte. Diese schossen, S. wurde im Gesicht verletzt. Er sitzt in Untersuchungshaft. Über die Zulassung der Anklage entscheidet das Oberlandesgericht Düsseldorf.










