Große Versprechen, kaum Ertrag
Verbraucherschützer warnen vor dubiosen Angeboten
Aktualisiert am 20.04.2026 – 15:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Verlockende Angebote versprechen, bis zu 200 Prozent mehr Geld aus Lebensversicherungen herauszuholen. Doch für die Kunden steht am Ende oft ein Verlust.
Wer eine Lebens- oder Rentenversicherung kündigen will, stößt im Internet schnell auf verlockende Versprechen: „Bis zu 200 Prozent mehr aus Ihrem Vertrag holen.“ Oder: „Lebensversicherung erfolgreich rückfordern.“ Doch hier ist Vorsicht geboten: Die Verbraucherzentrale Hamburg warnt vor sogenannten Rückabwicklern oder Vertragsoptimierern. Denn für Versicherte könne das schnell teuer werden.
Die Masche ist oft ähnlich: Anbieter werben über Social Media oder nehmen direkt Kontakt zu Versicherten auf. Sie stellen in Aussicht, deutlich mehr Geld aus einem bestehenden Vertrag herauszuholen als bei einer normalen Kündigung.
In der Realität sieht es laut Verbraucherzentrale jedoch anders aus. „Der Erfolg ist ungewiss“, sagt Sandra Klug von der Verbraucherzentrale Hamburg. Oft blieben am Ende für die Versicherten nur 75 bis 80 Prozent des Rückkaufswerts übrig. Der Rest gehe an die Dienstleister. Hinzu kommt: Kosten für Anwälte und Gutachten müssen Verbraucher häufig selbst tragen.
Typischerweise treten Versicherte ihre Ansprüche zunächst an ein Drittunternehmen ab. Dieses kündigt oder verkauft den Vertrag und überträgt ihn anschließend zurück. Danach sollen die Kunden selbst mit ihrer Versicherung über eine Rückabwicklung verhandeln, meist mithilfe eines Anwalts. Dessen Kosten tragen die Versicherten. Scheitern die Verhandlungen, fordern Anwalt und mitunter auch der Dienstleister die Versicherten auf, auf eigene Kosten ein versicherungsmathematisches Gutachten einzuholen.
Die Verbraucherzentrale berichtet von zahlreichen Fällen, in denen Betroffene am Ende schlechter dastanden als bei einer einfachen Kündigung. Denn oft kann keine Einigung mit der Versicherung erzielt werden und die Rechtsschutzversicherung zahlt nicht. „Unser Eindruck ist, dass die Anbieter nahezu jeden Vertrag für geeignet erklären“, so Klug. Die Versprechen seien häufig „heiße Luft“.
Allerdings gilt: Ob ein solcher Schritt sinnvoll ist, sollte individuell geprüft werden, am besten durch unabhängige Beratung, etwa bei Verbraucherzentralen.









