Sportler sprintet auf höchsten Berg der Welt
Extrem-Rekord auf dem Mount Everest
29.05.2026 – 10:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Neun Stunden und 55 Minuten: Ein US-Sportler ist förmlich auf den Mount Everest gerannt – und hat damit den alten Speed-Rekord deutlich unterboten. Jetzt gibt es Diskussionen.
Im Moment des Triumphs dankt er der „Göttin des Himmels“ und der „Mutter des Universums“: Der US-Sportler Tyler Andrews hat den Mount Everest in Rekordzeit erklommen. Vom Basislager bis zum Gipfel brauchte er nur neun Stunden und 55 Minuten – eine Stunde weniger als der Rekordhalter von 2003, Lakpa Gelu Sherpa.
Apu Sagarmatha (Göttin des Himmels) und Chomolungma (Mutter des Universums) sind die Namen der Nepalesen und Tibeter für den höchsten Berg der Welt. Aber Andrews dankte nach seinem Rekord nicht nur dem Everest selbst, sondern auch „dem Team aus großartigen Menschen, die mir geholfen haben, dorthin zu gelangen“.
- Bodensee mit massivem Problem: Alarm an Deutschlands größtem See
- Brisante Aussage im Block-Prozess: „Ich hasse Deutschland, ich hasse meine Mutter“
Damit trägt er auch der Diskussion Rechnung, die rund um den Rekord ausgebrochen ist: Nach den offiziellen Kriterien sind nämlich Sauerstoff, Seile, Sherpa-Hilfe auf der Route und Proviant zulässig. Und Andrews hat diese Hilfe in besonders großem Maß in Anspruch genommen.
Angaben der Onlinefachseite „ExplorersWeb“ zufolge hat er schon ab Lager 2 auf 6.400 Metern Höhe Flaschensauerstoff mit einer Durchflussrate von vier Litern pro Minute benutzt. Lhakpa Gelu, der knapp elf Stunden brauchte, hatte erst ab Lager 4 Flaschensauerstoff benutzt. Die Debatte um die Vergleichbarkeit ähnelt einer Doping-Diskussion.
Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Instagram-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Instagram-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.
Mount Everest: Flaschensauerstoff reduziert gefühlte Höhe
Billi Bierling, Leiterin des Archivs Himalayan Database, erklärte der Deutschen Presse-Agentur: „Natürlich ist es eine sehr beeindruckende Leistung, den Everest – auch mit Flaschensauerstoff – in dieser Zeit vom Basislager bis zum Gipfel zu besteigen.“ Die meisten Menschen benötigten allein vom Lager 4 auf 7.950 Metern Höhe ähnlich lange bis zum Gipfel auf rund 8.850 Metern über dem Meeresspiegel. Einen Geschwindigkeitsrekord am Berg unter Verwendung von Flaschensauerstoff könne man aber nicht mit einem Rekord in einem Stadion vergleichen.
Sowohl die Höhe, ab der man Sauerstoff benutzt, als auch die Durchflussrate machen laut Bierling einen großen Unterschied. „Zudem denke ich, dass man als Athlet einen solchen Rekord ohne Flaschensauerstoff bestreiten sollte“, ergänzte Bierling, die selbst einige Achttausender ohne Flaschensauerstoff bestiegen hat. Die gefühlte Höhe reduziert sich mit dem Sauerstoff stark. Flaschensauerstoff gilt daher als leistungsförderndes Mittel.










