Traditionsklub am Tabellenende
Personalbeben in Valencia: Trainer, Sportchef und Scouts entlassen
14.09.2026 – 17:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Der FC Valencia trennt sich nach einem desolaten Saisonstart von seinem Cheftrainer Carlos Corberán. Auch die sportliche Leitung wird komplett entlassen.
Nach einem völlig verpatzten Saisonstart hat der FC Valencia die Reißleine gezogen und seine gesamte sportliche Führung ausgetauscht. Neben Chefcoach Carlos Corberán und seinem Trainerstab wurden auch Sportchef Ron Gourlay sowie dessen Scouting-Team um Lisandro Isei, Hans Gillhaus, Andrés Zamora und Malek Shafei von ihren Aufgaben entbunden. Das gab der Verein am Sonntag bekannt.
Der sechsfache spanische Meister steuert damit auf einen Neuanfang zu: Als Interimslösung auf der Trainerposition übernimmt zunächst Óscar Sánchez, zuletzt verantwortlich für die Reservemannschaft. Neuer Sportdirektor wird Braulio Vázquez.
Kein Sieg nach fünf Partien
Corberán hatte den Klub im Dezember 2024 übernommen und zunächst stabilisiert: In seiner ersten halben Saison führte er Valencia vom vorletzten auf den zwölften Platz, in der Folgesaison auf Rang neun. Doch in die neue Spielzeit startete das Team denkbar schlecht.
Nach fünf absolvierten Partien stehen die „Fledermäuse“ mit nur einem Punkt am Tabellenende. Bisher gelang kein einziger Sieg, dafür setzte es unter anderem eine Niederlage gegen Aufsteiger Deportivo A Coruña (1:3) und ein 0:5-Debakel gegen den FC Barcelona. Nun zog Valencia die Konsequenzen aus der sportlichen Talfahrt.

Dennoch dankte der Verein Corberán für seine Arbeit. Er habe seine Aufgaben „mit Professionalität, Leidenschaft und größtem Engagement“ erfüllt, hieß es. Nun fasse man „den Aufbau eines soliden, wettbewerbsfähigen und nachhaltigen sportlichen Projekts“ ins Auge.
Fans forderten Rauswurf bereits
Die sportliche Misere hatte in Valencia zuletzt auch in Fankreisen für wachsenden Unmut gesorgt. Nach dem 0:1 in Sevilla am vergangenen Freitag empfingen rund 200 Anhänger die Mannschaft tief in der Nacht am Trainingsgelände mit Beleidigungen, „Söldner“-Rufen und Forderungen nach Corberáns Ablösung. Um die Sicherheit der Spieler und des Trainerteams zu gewährleisten, musste sogar die Polizei eingreifen.
Schon beim Heimspiel gegen Barcelona in der Vorwoche hatten Fangruppen massiv protestiert. Kritisiert wurde dabei unter anderem die Kaderpolitik unter Gourlay. Dem Vereinseigentümer Peter Lim warfen die Anhänger zudem vor, die Identität des Klubs zu zerstören.
Interimstrainer Óscar Sánchez steht nun vor der schwierigen Aufgabe, mit sportlichem Erfolg die Wogen schnellstmöglich wieder zu glätten. Seine erste Chance bietet sich bereits am Dienstagabend. Dann tritt Valencia bei Deportivo Alavés an.