Standort in Süddeutschland
Tabakkonzern stellt Produktion in Deutschland ein
18.10.2026 – 13:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Das Werk von Villiger in Waldshut-Tiengen besteht seit 1911 und hat den Ort über Generationen geprägt. Rund 40 der 190 Beschäftigten sollen ihre Arbeit verlieren.
Der Schweizer Tabakkonzern Villiger hat angekündigt, die Zigarren- und Zigarillo-Produktion in Waldshut-Tiengen (Baden-Württemberg) bis Ende 2027 einzustellen. Die Herstellung soll schrittweise an den Stammsitz im schweizerischen Pfeffikon und in das Werk im indonesischen Jember verlagert werden. Das berichtete zuerst der „Südkurier“.
Villiger begründet den Schritt mit Überschneidungen bei Produkten und Produktionsabläufen sowie einem veränderten Marktumfeld. Konzernchef Christoph Schüpbach erklärte in einer Mitteilung: „Die Konsolidierung der Produktion ist ein wichtiger Schritt, um das Unternehmen für die Zukunft besser aufzustellen.“
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Logistik und Vertrieb bleiben
Ganz zieht sich Villiger nicht aus Waldshut-Tiengen zurück. Dort sollen künftig Zigarren und Zigarillos für den europäischen Markt verpackt, etikettiert und für den Versand vorbereitet werden. Auch Logistik und Vertrieb sollen am Standort bleiben. Villiger beschäftigt am Hochrhein derzeit 190 Mitarbeiter. Weltweit produziert die Gruppe nach eigenen Angaben rund eine Milliarde Zigarren und Zigarillos pro Jahr und beliefert mehr als 80 Länder.
Für den Abbau der Stellen sollen zunächst natürliche Fluktuation, Pensionierungen und interne Versetzungen genutzt werden. Kündigungen schließt das Unternehmen jedoch nicht aus.
Für den Standort ist es bereits die zweite schlechte Nachricht binnen kurzer Zeit: Im September meldete die Villiger-Beteiligung 5th Avenue Products Trading GmbH Insolvenz an. Das Unternehmen importiert kubanische Premium-Zigarren wie Cohiba und Montecristo für Deutschland. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters André Berbuer waren weder Absatzprobleme noch Managementfehler der Auslöser. Die Insolvenz gehe vielmehr ausschließlich auf EU-Sanktionen gegen einen mittelbaren Gesellschafter zurück.