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Steuererklärung mit KI: Wo sie helfen kann – und wo nicht
Aktualisiert am 31.05.2026 – 11:41 UhrLesedauer: 4 Min.
Digitale Helfer erleichtern die Steuererklärung – zumindest teilweise. Was KI kann und wo sie gefährlich falsch liegen kann.
Für viele Menschen gehört sie zu den unbeliebtesten Aufgaben des Jahres: die Erstellung der Steuererklärung. Schon im Vorfeld sind Belege zu sammeln und zu sortieren, später Formulare zu wälzen und steuerliche Fachbegriffe zu verstehen – all das kostet Zeit und Nerven, wenn man nicht gerade einen Profi damit beauftragt.
Doch im Zeitalter digitaler Helferlein sind Steuerzahler ja gar nicht ganz auf sich allein gestellt. Manch einer hat womöglich schon mal Künstliche Intelligenz (KI) als persönliche Assistenz oder steuerlicher Berater genutzt. Das kann gutgehen – muss es aber nicht. Eine Übersicht, was KI im Rahmen der Steuererklärung leisten kann und woran es ihr (bislang) mangelt.
Was KI leisten kann
1. Fachbegriffe erklären
Bei vielen alltäglichen Fragen rund um die Steuererklärung kann KI eine praktische Unterstützung sein. Haben Sie etwa keine Ahnung, was sich hinter Begriffen wie „Werbungskosten“, „außergewöhnlichen Belastungen“ oder „haushaltsnahen Dienstleistungen“ verbirgt? Dann können viele gängige KI-Systeme das schnell in verständlicher Sprache erklären.
„Gerade für Einsteiger kann KI eine gute erste Orientierung bieten“, sagt Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler. Immerhin scheiterten viele bei der Steuererklärung gar nicht unbedingt an den Zahlen, sondern eher an der behördlichen Fachsprache.
Zudem machten die vielen Zeilen und Abfragen der Steuerformulare das Ausfüllen „extrem unhandlich und schwer verständlich“, sagt der Steuerberater Rainer Bräutigam von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach. „Hier kann KI konkret gefragt werden, welche Tatbestände in welche Zeile gehören.“
2. Mögliche Steuerabzüge erkennen
Was ist steuerlich überhaupt alles relevant? Vielen Verbrauchern ist das gar nicht unbedingt bewusst. Laut dem Bund der Steuerzahler könnten Interessierte KI daher einfach mal fragen, welche Kosten etwa ein Angestellter steuerlich geltend machen kann. So bekomme man häufig Hinweise auf gängige Kostenarten wie Fahrtkosten, Fortbildungen oder Arbeitsmittel. Das könne Steuerzahler dazu bringen, die eigenen Ausgaben genauer zu prüfen.
Wer es genauer wissen möchte, muss seinen eigenen Steuerfall und etwaige Tätigkeiten konkreter beschreiben. Wer zum Beispiel zuhauf Gegenstände über Onlineplattformen veräußert, könnte Steuerberater Bräutigam zufolge unter Umständen auch den Hinweis darauf erhalten, dass diese Verkäufe in der Steuererklärung angegeben werden sollten.
3. Struktur in die Vorbereitung bringen
Ein weiterer Nutzen: „KI kann Struktur in die Vorbereitung bringen“, teilt der Bund der Steuerzahler mit. Mit einem entsprechenden Prompt (Aufforderung an die KI) könnten viele Systeme Checklisten mit typischen Unterlagen erstellen, die für die Erstellung der Erklärung benötigt werden – von der Lohnsteuerbescheinigung über Spendenquittungen und Handwerkerrechnungen bis hin zur Nebenkostenabrechnung. Das kann helfen, die wichtigen Unterlagen frühzeitig parat zu haben.
4. Bei der Interpretation von Steuerbescheiden helfen
Ist die Steuererklärung erst einmal eingereicht, flattert meist einige Wochen später der Steuerbescheid in den Briefkasten oder in das digitale Postfach. Neben vielen Zahlen und Berechnungen erklären Finanzbeamte in dem Dokument oft auch ausführlich, warum und inwiefern sie von den in der Steuererklärung angegebenen Daten abgewichen sind. „Da die verwendete Sprache und auch der Text hier nur schwer verständlich sind, kann auch hier KI sehr stark helfen“, sagt Prof. Rainer Bräutigam.










