Nachwuchs im Tierpark

Seltenes Ferkel in Berlin geboren

10.08.2026 – 14:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Das frisch geborene Ferkel. Der Kleine Hirscheber im Tierpark Berlin hat den Namen Dayan bekommen. (Quelle: Handout / Berlin/Tierpark Berlin/dpa/dpa-bilder)

Im Tierpark Berlin ist ein Jungtier zur Welt gekommen, das in freier Wildbahn kaum noch zu finden ist. Denn die Art gilt als vom Aussterben bedroht.

Am 27. Juli hat der Tierpark Berlin Nachwuchs bei den Sulawesi-Hirschebern bekommen. Das Ferkel trägt den Namen Dayan, wie der Tierpark mitteilte.

Die Geburt verlief laut Tierpark schnell und routiniert. Für Mutter Diah ist es bereits das vierte Jungtier. Kurator Martin Kränzlin zufolge kümmert sie sich aufmerksam und fürsorglich um den Nachwuchs. „In den ersten Lebenstagen sind die Nähe zur Mutter, der Körperkontakt und die Orientierung an ihrem Verhalten besonders wichtig“, erklärte er.

Sulawesi-Hirscheber gehören zur Familie der Echten Schweine, unterscheiden sich von Wildschweinen aber deutlich beim Nachwuchs: Während Wildschweine meist vier bis sechs Ferkel auf einmal bekommen, bringen Hirscheber in der Regel nur ein, selten zwei Jungtiere zur Welt. Dafür investieren sie viel Zeit in deren Betreuung.

Bestand der Tiere nimmt stetig ab

Erwachsene Tiere fallen durch ihre oberen Eckzähne auf, die durch die Schnauze wachsen und sich nach hinten krümmen. Im Tierpark leben neun Hirscheber auf der Otter-Insel, gemeinsam mit Zwergottern und Schopfmakaken.

Die Art kommt ausschließlich auf der indonesischen Insel Sulawesi und einigen umliegenden Inseln vor. Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem erklärte: „Ihr Bestand nimmt insbesondere durch den starken Verlust ihres Lebensraums stetig ab. Zudem wurde vermutlich die Afrikanische Schweinepest eingeschleppt, und hat zum Tod vieler Tiere vor Ort geführt.“

Die Weltnaturschutzunion IUCN führt den Sulawesi-Hirscheber auf ihrer Roten Liste als gefährdet. Dieser Eintrag werde derzeit allerdings überarbeitet, da seit Mitte 2024 kein Tier mehr auf Sulawesi gesichtet worden sei. Es sei möglich, dass die Art in freier Wildbahn bereits ausgestorben ist. Besucher des Tierparks können Dayan schon bald auf der Otter-Insel beobachten.

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