Europas größter Textilveredler
Traditionsunternehmen rutscht zum vierten Mal in die Insolvenz
Aktualisiert am 01.09.2026 – 13:44 UhrLesedauer: 2 Min.
Der schwäbische Textilspezialist Lindenfarb ringt erneut um seine Zukunft. Es ist bereits die vierte Insolvenz innerhalb von zehn Jahren.
Die Krise der Automobilindustrie in Baden-Württemberg zieht Kreise. Das Traditionsunternehmen Lindenfarb GmbH aus Unterkochen, nach eigenen Angaben „Europas größter Dienstleister im Bereich der Textilveredelung“, hat Insolvenz angemeldet. Die Bezahlung für die rund 110 Beschäftigten ist aber im Zuge des Insolvenzverfahrens für die kommenden drei Monate gesichert.
Das Unternehmen war bereits 2016, 2019 und 2020 in die Insolvenz gerutscht. „Unser Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und die vorhandenen Zukunftsoptionen zu prüfen“, sagte Insolvenzverwalter Ilkin Bananyarli der „Schwäbischen Zeitung“.
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Lindenfarb veredelt Stoffe für die Automobilindustrie, Luftfahrt und Medizintechnik. Zu den Kunden gehören bekannte Unternehmen wie Daimler, BMW, Audi, Porsche, VW, Ford, Volvo, Ferrari, Toyota, Opel. Nach eigenen Angaben plagen das Unternehmen Liquiditätsprobleme.
Neue Chancen in der Rüstungssparte
Doch steckt Deutschlands Autoindustrie in der Krise. Allein VW droht mit dem Abbau von bis zu 100.000 Jobs. Am Freitag will die Konzernspitze über Details entscheiden.
Vor allem das Autoland Baden-Württemberg ist von der Auto-Krise heftig betroffen. Auch die Zulieferer-Industrie wie Bosch baut kräftig Stellen ab. Stuttgart droht zu einem deutschen Detroit zu werden. Bis 2030 könnte die Stadt bis zu 2,4 Milliarden Euro Schulden machen.
Doch deutet sich eine Wende an. So stellt das Offenburger Unternehmen AITAD seine Chips jetzt nicht nur für die baden-württembergischen Autobauer her, sondern auch für die Rüstungsindustrie. Das Rüstungsunternehmen Hensoldt plant ein Entwicklungszentrum in Stuttgart. Doch warnte Klaus-Heiner Röhl vom Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW): „Panzer sind nicht die neuen Autos für die deutsche Wirtschaft.“ Zwar wachse die Verteidigungsindustrie derzeit stark, sie sei aber zu klein, um die deutsche Wirtschaft zu tragen.