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Home » Studie weist auf biologische Grundlage hin
Gesundheit

Studie weist auf biologische Grundlage hin

MitarbeiterBy MitarbeiterAugust 4, 2026
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Studie weist auf biologische Grundlage hin

Ursachen des Schmerzsyndroms

Was steckt hinter Fibromyalgie? Studie liefert neue Hinweise


04.08.2026 – 14:22 UhrLesedauer: 3 Min.

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Diffuse Schmerzen im Bereich mehrerer Muskeln und Sehnenansätze sind typisch für Fibromyalgie. (Quelle: brizmaker/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

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Wie Fibromyalgie entsteht, ist ungewiss. Eine Studie zeigt nun: Das Schmerzsyndrom hat eine klare biologische und genetische Grundlage.

Sie haben chronische Schmerzen, schlafen schlecht, fühlen sich ständig erschöpft und haben teilweise noch vielfältige weitere Beschwerden: Menschen mit Fibromyalgie fühlen sich durch ihre Erkrankung nicht selten erheblich belastet und eingeschränkt. Dennoch werden sie in ihrem Leidensdruck mitunter nicht ausreichend ernst genommen, was wohl auch an den unklaren Ursachen des Syndroms liegt. Für die Symptome lassen sich keine körperlichen Gründe finden, was leicht zu der Annahme verleitet, dass allein psychische Probleme dahinterstecken – oder die Beschwerden gar eingebildet seien.

Wie neue Forschungsbefunde belegen, ist das nicht zutreffend. Die Wissenschaftler haben Daten von mehr als 2,5 Millionen Personen analysiert, von denen 54.629 von Fibromyalgie betroffen waren. Die Auswertung legt nahe, dass es sich bei dem Syndrom vor allem um eine Erkrankung des Zentralnervensystems handelt.

Bestimmte Genvarianten erhöhen das Risiko

Die Forscher wollten zunächst wissen, inwiefern sich Menschen mit Fibromyalgie genetisch von nicht erkrankten Personen unterscheiden. Ein solcher Vergleich gibt Aufschluss darüber, welche Merkmale im Erbgut mit einem erhöhten Risiko für das Syndrom verbunden sein könnten.

Tatsächlich entdeckte das Team 26 genetische Risikoregionen (Genloci), in denen bestimmte Genvarianten bei Erkrankten deutlich häufiger vorkamen. Das bedeutet: Fibromyalgie lässt sich wahrscheinlich zum Teil auf genetische Faktoren zurückführen.

Was sind Genvarianten?

Jeder Mensch trägt dieselben Gene, sie unterscheiden sich jedoch in kleinen Details. Solche natürlichen Unterschiede heißen Genvarianten. Die meisten haben keine Auswirkungen, manche können aber die Wahrscheinlichkeit erhöhen oder senken, an einer bestimmten Erkrankung zu erkranken.

In einer Pressemitteilung kommentiert Michael Wainberg, einer der leitenden Autoren der Studie: „Diese Arbeit verändert unsere grundlegende Sichtweise auf Fibromyalgie. Jahrzehntelang wurden Patienten abgetan oder ihnen wurde gesagt, ihre Schmerzen seien rein psychischer Natur. Unsere Ergebnisse bestätigen, dass die Erkrankung eine eindeutige biologische Grundlage hat.“

Zusammenhang mit Huntington-Krankheit

Im nächsten Schritt untersuchten die Forscher die Genvarianten, die mit Fibromyalgie in Verbindung stehen, genauer. Dabei stellten sie fest, dass viele davon eine Rolle für die Funktion der Nerven und des Gehirns spielen.

Zum anderen stießen sie auf genetische Gemeinsamkeiten zwischen Fibromyalgie und verschiedenen anderen Erkrankungen. Der deutlichste Zusammenhang zeigte sich mit einer häufigen Genvariante im HTT-Gen. Dieses Gen ist auch für die tödliche Nervenerkrankung Huntington bekannt. (Allerdings handelt es sich hier ausdrücklich nicht um die krankheitsauslösende Huntington-Mutation.)

Darüber hinaus fanden sich starke genetische Überschneidungen mit Kreuzschmerzen, dem Reizdarmsyndrom und der posttraumatischen Belastungsstörung. Gemeinsame biologische Mechanismen im Nervensystem könnten die Anfälligkeit für mehrere dieser Erkrankungen erhöhen, schlussfolgern die Wissenschaftler. Das könnte auch erklären, warum sie häufig gemeinsam auftreten.

Übrigens

Obwohl Frauen etwa dreimal so häufig die Diagnose Fibromyalgie erhalten wie Männer, fanden die Forscher keine Unterschiede bei den genetischen Risikofaktoren. Die untersuchten Genvarianten, die mit einem erhöhten Risiko für die Erkrankung zusammenhängen könnten, waren bei Frauen und Männern sehr ähnlich. Das deutet darauf hin, dass die Unterschiede zwischen den Geschlechtern wahrscheinlich nicht allein durch die Gene erklärt werden können.

Die Gene sind nicht die alleinige Ursache

Die Studie weist statistische Zusammenhänge nach, keine Ursache-Wirkungs-Beziehung. Ob die identifizierten Genvarianten tatsächlich für Fibromyalgie (mit)verantwortlich sind, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Außerdem bestand der überwiegende Teil der untersuchten Teilnehmer aus Menschen europäischer Abstammung. Ob sich die Ergebnisse uneingeschränkt auf andere Bevölkerungsgruppen übertragen lassen, ist daher noch unklar.

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