Reichinnek wurde deutlich: „Sie wollen einfach nur Ihre reichen Buddies nicht belasten. Dann sagen Sie es doch wenigstens so, wie es ist.“

Beim Thema Diätenerhöhung wich Spahn aus. Die Linke will die Erhöhung aussetzen, Spahn verteidigte den automatischen Mechanismus. „Ich weiß, was ich nachher für einen Shitstorm habe“, sagte er. Die Bezahlung müsse aber „insgesamt auch so sein, dass es attraktiv ist, sich dort auch mit zu engagieren“. Reichinnek konterte: „Es ist jetzt nicht so, dass wir am Hungertuch nagen.“

Wolfgang Ischinger, ehemaliger Botschafter in Washington, bewertete Merz’ öffentliche Kritik an Trump als Fehler. Der Kanzler hatte gesagt, die USA würden im Iran-Konflikt „gedemütigt“. Ob das klug gewesen sei? Ischinger: „Vermutlich nicht.“ Im Weißen Haus sei das so interpretiert worden, als sei Merz „Teil unserer Feinde“ – eine Echokammer der demokratischen Opposition.

Dass Merz bei Trump in Ungnade gefallen sei, hielt Ischinger jedoch für eine „Momentaufnahme“. „Donald Trump wechselt seine Meinung zu Personen, zu Krisen, zu internationalen Vorgängen fast so oft wie das Hemd.“ Den angekündigten Abzug von 5.000 US-Soldaten nannte er eine „Strafe“ – „die früher ein Lehrer mit dem Rohrstock verpasst hätte“. Gravierend sei das nicht, aber „keine schöne Message“. In Moskau werde man sagen: „Prima, das geht ja genau in die Richtung, die wir gerne hätten.“

Als Gegenbeispiel für gelungene Diplomatie nannte Ischinger den britischen König Charles, der Trump bei seinem Washington-Besuch an gemeinsame Werte erinnert hatte – und dafür Applaus von beiden Seiten des Kongresses bekam. „Eins plus, was diplomatische Leistung angeht.“

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