Vierte Verschiebung in Folge

Bayerisches Raumfahrt-Start-Up scheitert kurz vor geplantem Start

16.06.2026 – 02:15 UhrLesedauer: 2 Min.

Vorbereitungen für den zweiten Teststart der „Spectrum“-Rakete des deutschen Herstellers Isar Aerospace in Norwegen: Der Test wurde am Montag zum vierten Mal abgebrochen. (Quelle: -/dpa)

Isar Aerospace kündigte den Start für den 15. Juni an und rief Fans auf, live zuzuschauen. Was dann passierte, werden die wenigsten erwartet haben.

Das bayerische Raumfahrt-Start-Up Isar Aerospace hat den zweiten Testflug seiner Trägerrakete Spectrum erneut verschoben – und das zum vierten Mal in Folge. Einen Tag nach der konkreten Startankündigung für den 15. Juni stoppte ein Fehler im Fluidsystem den nächsten Versuch.

Noch am Vortag hatte das Unternehmen auf Instagram den bevorstehenden Start angekündigt: „We are targeting NET 15 June to launch Mission ‚Onward and Upward‘ during the available launch window opening at 8:00 pm UTC (10:00 pm CEST), subject to weather, safety, and range infrastructure.“ Das Startfenster sollte sich demnach um 22 Uhr MESZ öffnen. Fans wurden eingeladen, den Start ab 21 Uhr MESZ live auf YouTube zu verfolgen – eine Stunde vor dem geplanten Abheben.

Eine Pannenserie ohne Ende

Daraus wurde nichts. Wie das Unternehmen auf seiner Webseite mitteilte, gab es eine Fehlfunktion in den Fluidsystemen der Rakete – also jenen Systemen, die die Lagerung und den Transport des flüssigen Treibstoffs zu den Triebwerken regeln. Weitere Erläuterungen lieferte Isar Aerospace nicht.

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Ursprünglich war der zweite Testflug der Spectrum für Anfang dieses Jahres geplant. Doch bereits im Januar kam es beim ersten Anlauf zu einem technischen Problem. Im März musste der Start abgebrochen werden, weil ein norwegischer Fischer die Sicherheitszone in den Gewässern vor der Startbasis in Andøya nicht rechtzeitig verlassen hatte. Im April folgten beim dritten und vierten Versuch erneut technische Störungen. Der aktuelle Abbruch ist damit der fünfte gescheiterte Startversuch – und die vierte technisch bedingte Verschiebung.

Trotzdem: Hunderte Millionen Dollar an Aufträgen

Trotz der anhaltenden Rückschläge ist Isar Aerospace nach eigenen Angaben bereits mit Aufträgen über mehrere hundert Millionen Dollar bis zum Jahr 2028 ausgebucht. Das 2018 gegründete Unternehmen mit Sitz in Ottobrunn bei München will die Spectrum nach Serienreife einsetzen, um zivile und militärische Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen zu befördern. Langfristiges Ziel ist die Produktion von 40 Raketen pro Jahr.

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