„Außer Spesen nichts gewesen“ gilt seit zwölf Monaten bei Dax-Anlegern. Doch mit bayerischer Gewichtung sieht es besser aus.

Für Dax-Investoren war das vergangene Jahr ein Nullsummenspiel. Eine Familie aber sticht heraus. Unter deutschen Anlegern können alle glücklich sein, die der Siemens-Familie die Treue gehalten haben. Mit einem Eins-zu-Eins-Investment über ETFs oder Indexpapiere hingegen war in den vergangenen zwölf Monaten beim deutschen Leitindex wenig zu holen.

Anlagezertifikate wie Bonuspapiere oder Discountzertifikate brachten weit besseren Ertrag und konnten ihre Stärken in einem Seitwärtsmarkt voll ausspielen. Dass die Performance deutscher Aktien nicht noch schlechter aussah, verdankt man dem Konzern aus Bayern. Der Blick aufs erste Halbjahr ist eindeutig.

Siemens löst SAP als Nummer eins ab

Die älteren Börsianer werden sich noch an die Zeiten erinnern, als beim Technologiekonzern Siemens ein sogenannter Konglomeratsabschlag vorgenommen wurde und man auf dem Frankfurter Parkett öfter hörte, dass Siemens ein Gemischtwarenladen mit zusätzlich noch angeschlossener Bank sei. Eine Art Dr. Oetker, nur aus südlicheren Gefilden.

Das hat sich merklich verändert, denn wenn man auf die Bilanz des ersten Halbjahres schaut, so muss man knallhart sagen: Ohne die beiden Siemens-Parteien Siemens und Siemens Energy würde der Dax ziemlich mau aussehen. Beide haben ihn kräftig nach oben gezogen und das mehr als ausgeglichen, was der Verlust eines Drittels der Marktkapitalisierung bei SAP hervorgerufen hat. „Entsprechend ist SAP seine Spitzenposition als Schwergewicht im Dax auch los, und Siemens spielt die Rolle Nummer eins“, so Andreas Lipkow von CMC Markets.

Daniel Saurenz von Feingold Research begleitet Sie als Experte durch das Börsengeschehen. (Quelle: Goldlicht Fotografie)

Zur Person

Daniel Saurenz ist Gründer von Feingold Research und bietet mit seinem Team seinen seit 2010 etablierten Börsenbrief an. Sein Fokus liegt auf Vermögensaufbau und aktivem Trading an der Börse. Den Börsenbrief finden Sie auf www.feingoldresearch.de und Instagram. Alle Gastbeiträge von Daniel Saurenz lesen Sie hier.

Hinzu kommt, dass im Dax noch eine weitere Siemens-Firma mit höchster Marktkapitalisierung vertreten ist, denn auch da werden sich die Älteren erinnern: „Infineon war mal ein Teil von Siemens, ehe die Abspaltung im Jahr 2000 an die Börse gebracht wurde“, bringt Experte Lipkow in Erinnerung.

Dass die vierte Siemens-Firma im Dax mies aussieht, tut dem Ganzen eigentlich keinen Abbruch, denn die Gewichtung und Marktkapitalisierung von Siemens Healthineers wiederum ist derartig gering, dass es den Dax nicht besonders viele Punkte kostet. Infineon aber mit 116 Prozent Kursplus im ersten Halbjahr hat den Dax nach oben katapultiert und sticht damit sehr positiv hervor.

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