Wall Street

Drei Gegenstimmen bei der Fed – Zinssorgen machen Anleger nervös

Von t-online, reuters, aj

Aktualisiert am 30.07.2026 – 00:49 UhrLesedauer: 4 Min.

Donald Trump (r) mit dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh (Archivbild): Anleger haben die Erkenntnisse aus dem US-Zinsentscheid am Aktienmarkt mit deutlichen Verlusten quittiert. (Quelle: Jonathan Ernst)

Unveränderte Leitzinsen und ein Ausverkauf bei Technologieaktien: Die Wall Street musste am Mittwoch tiefe Verluste einstecken.

Das Ausbleiben einer Prognose für den künftigen geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Fed hat die Stimmung an der Wall Street erneut eingetrübt. Zudem belasteten wieder anziehende Ölpreise wegen neuer iranischer Attacken. Mit Respekt begegneten die Anleger auch den nach Börsenschluss veröffentlichten Resultaten der Tech-Schwergewichte Microsoft und Meta.

Der zuletzt in Rekordnähe angekommene Dow Jones Industrial fiel um 2,19 Prozent auf 51.594,14 Punkte. Er unterbrach damit eine dreitägige Gewinnstrecke. Der marktbreite S&P 500 gab um 1,5 Prozent auf 7.316,15 Punkte nach.

Im Technologiebereich ging die jüngste Talfahrt weiter. Ein kurzer Versuch des Aufbäumens scheiterte im Handelsverlauf. Der Nasdaq 100 sackte am Ende um 2,06 Prozent auf 27.192,31 Punkte auf das niedrigste Niveau seit Ende April ab. Er dehnte seine Verlustserie auf den sechsten Tag aus.

„Zinserhöhung wurde offensichtlich kontrovers diskutiert“

Die Währungshüter der Fed beließen den Leitzins wie von Experten erwartet in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Unmittelbar nach der Zinsentscheidung der Fed hatten die wichtigsten US-Börsenindizes ihre Verluste zunächst wettgemacht. Später trübte sich die Stimmung jedoch wieder ein, da Fed-Chef Kevin Warsh keine Prognose für den künftigen geldpolitischen Kurs abgab. Die Inflation liegt in den USA seit mehr als fünf Jahren über dem Ziel der Zentralbank.

Belastend wirkten die Begleitaussagen der Fed. Marktbeobachter hoben hervor, dass die Zinsentscheidung nicht einstimmig fiel. „Drei Gegenstimmen zeigen, dass eine Zinserhöhung innerhalb der Fed offensichtlich kontrovers diskutiert wurde“, schrieb Thomas Altmann von QC Partners.

„Die Fed hat wie erwartet stillgehalten“, sagte Ryan Detrick, Chef-Marktstratege der Carson Group. „Die größere Frage ist nun jedoch, wie groß der Druck sein wird, die Zinsen im September anzuheben.“ Angesichts der hohen Inflation und steigender Rohölpreise rechne der Markt fest mit einem Zinsschritt im Herbst.

Facebook-Konzern enttäuscht Börse – Microsoft stärker

Unter den Anlegern wuchs zudem die Sorge über die immensen Investitionen der Konzerne in Künstliche Intelligenz (KI). Nach Börsenschluss gaben die Aktien von Meta um vier Prozent nach. Das Facebook-Mutterunternehmen hatte seine Prognose für die Investitionsausgaben im Jahr 2026 auf 130 bis 145 Milliarden Dollar angehoben. Für das laufende Vierteljahr stellte es einen Umsatz zwischen 61 und 64 Milliarden Dollar in Aussicht, während Analysten im Schnitt mit rund 63 Milliarden Dollar gerechnet hatten.

KI-Anwendungen (Symbolbild): Gewaltige Investitionen in KI-Infrastruktur machen Anleger nervös. (Quelle: Philip Dulian/dpa/dpa-bilder)

Microsoft legte dagegen nachbörslich um 0,6 Prozent zu, nachdem der Softwarekonzern mit seinem Umsatzwachstum im Cloud-Geschäft die Erwartungen deutlich übertroffen hatte. Im vierten Quartal beschleunigte sich das Wachstum mit der Cloud-Plattform Azure – das währungsbereinigte Umsatzplus betrug 43 Prozent. Das ist mehr, als Experten erwartet hatten, und zudem der höchste Quartalszuwachs seit 2022.

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