Landgericht Berlin
Serie von Vergewaltigungen: 13 Jahre Haft gefordert
14.10.2026 – 14:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Dutzende Frauen soll ein Mann in seiner Berliner Wohnung betäubt, dann vergewaltigt und dabei gefilmt haben. Erst durch Videos erfuhren die Opfer, was ihnen widerfahren ist.
Im Prozess um eine Serie von Vergewaltigungen zuvor betäubter Frauen hat die Staatsanwaltschaft 13 Jahre Haft und anschließende Sicherungsverwahrung für den Angeklagten gefordert.
Dem inzwischen 69 Jahre alten Angeklagte werden vor dem Landgericht Berlin Übergriffe auf 14 Frauen zur Last gelegt. 22 Taten sind angeklagt.
Wann ein Urteil fällt, ist noch offen
Auch die Anwälte von mehreren Nebenklägerinnen hätten sich dem Antrag der Staatsanwaltschaft bereits angeschlossen, teilte Gerichtssprecherin Lisa Jani nach den nicht öffentlichen Schlussvorträgen weiter mit. Die beiden Verteidiger sollen nach derzeitigen Planungen am 28. Oktober plädieren. Ob an dem dann 15. Prozesstag auch ein Urteil verkündet wird, ist noch offen.
Der gelernte Elektriker soll die Frauen im Alter von damals 50 bis 60 Jahren aus Berlin und Brandenburg in der Zeit von 2016 bis Ende 2022 über Online-Dating-Plattformen kennengelernt haben. Teils gab er sich als Polizeikommissar aus, teils als Bundeswehrpilot. Mit sedierenden Substanzen in Kombination mit Alkohol soll er die Frauen in seiner Wohnung in Berlin-Friedrichsfelde bewusstlos gemacht, dann vergewaltigt und dabei gefilmt haben.
„Die Vergewaltigungen räume ich ein“
Die Anklage lautet auf Vergewaltigung, gefährliche Körperverletzung und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Filmaufnahmen. Der Deutsche hatte zu Prozessbeginn vor rund zwei Monaten gestanden. „Die Vergewaltigungen räume ich ein“, erklärte er über seinen Verteidiger. Auch der in der Anklage geschilderte Ablauf der Taten sei zutreffend. Auf Details ging der Berliner, der seit März in Untersuchungshaft sitzt, zunächst nicht ein.
Die Opfer erfuhren erst im Zuge der Ermittlungen aufgrund von Videos, was ihnen widerfahren ist. Im Prozess wurden die Frauen unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt, zum Teil auf Antrag auch per audiovisueller Vernehmung. „Es besteht die Gefahr schwerwiegender gesundheitlicher Nachteile bei einem direkten Zusammentreffen mit dem Angeklagten“, sagte die Anwältin einer von fünf Frauen, die Nebenklägerinnen sind.
Ins Visier war der 69-Jährige nach einem Hinweis der Polizei in Verden an der Aller in Niedersachsen geraten. Zahlreiche Filmaufnahmen, die auf Geräten des Angeklagten sichergestellt wurden, spielen im Prozess eine zentrale Rolle. Wegen einer Vielzahl weiterer mutmaßlicher Taten zum Nachteil von 44 Frauen werde noch ermittelt, hieß es im Prozess.