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Der ehemalige Stabschef des ukrainischen Präsidenten Wolodmyr Selenskyj wurde am Montag gegen eine Kaution von 2,7 Millionen Euro freigelassen, nachdem er im Rahmen einer umfassenden Antikorruptionsermittlung vier Tage in Haft verbracht hatte.
Berichten zufolge wurde die Kaution von mehreren Quellen bezahlt, nachdem Andriy Yermak am 13. Mai erklärt hatte, dass er es sich nicht leisten könne, die Kaution selbst zu bezahlen, und „sich auf die Hilfe von Freunden verlassen“ werde.
Nach Angaben der Antikorruptionsermittler der Ukraine ist Yermak ein Verdächtiger in einer großen Geldwäscheermittlung im Zusammenhang mit dem Bau eines Luxusresidenzkomplexes außerhalb von Kiew.
Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu zwölf Jahre Gefängnis.
Das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) der Ukraine untersuchen einen Plan, bei dem zwischen 2021 und 2025 durch den Bau eines Luxuswohnkomplexes im Dorf Kozyn, einem wohlhabenden Vorort südlich der Hauptstadt, bis zu 9 Millionen Euro gewaschen wurden.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft erfolgte die Finanzierung über mehrere Jahre hinweg über das millionenschwere Korruptionsprogramm rund um den staatlichen Atommonopolisten Enerhoatom.
Strafverfolgungsbehörden behaupten, dass die Gruppe den Bau von vier privaten Villen mit einer Größe von jeweils etwa 1.000 Quadratmetern sowie eines gemeinsamen Wellnesskomplexes mit Spa und Swimmingpool geplant habe. Die geschätzten Kosten für jede Residenz belaufen sich auf Millionen von Dollar.
Eines der vier durch das Korruptionsprogramm finanzierten Häuser war angeblich für Yermak bestimmt.
Yermak und sein Anwalt bestritten jegliches Fehlverhalten und bezeichneten die Vorwürfe als „unbegründet“. Yermak versprach außerdem, gegen das Gerichtsurteil Berufung einzulegen.
Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine erklärte letzte Woche, dass Selenskyj keine Verbindung zu den Korruptionsermittlungen habe.
