Neuer Bundestrainer?

Jürgen Klopps bitterste Pleite war ein Sieg in Braunschweig


05.07.2026 – 13:19 UhrLesedauer: 3 Min.

Andrej Voronin (r.) tröstet den am Boden liegenden Sandro Schwarz (Archivbild): Im Mai 2003 wäre Mainz in Braunschweig beinahe aufgestiegen.

Andrej Voronin (r.) tröstet den am Boden liegenden Sandro Schwarz (Archivbild): Im Mai 2003 wäre Mainz in Braunschweig beinahe aufgestiegen. (Quelle: IMAGO / Team 2)

Jürgen Klopp steht vor einem neuen Job als deutscher Nationaltrainer. Als junger Coach erlebte der 59-Jährige in Braunschweig eine bittere Stunde – die eigentlich ein Sieg war.

Mittlerweile ist der 1. FSV Mainz 05 ein etablierter Bundesligist. Seit 2009 spielen die Rheinhessen ununterbrochen im deutschen Oberhaus. In der Ewigen Tabelle der Bundesliga belegt Mainz Platz 23. Im Frühjahr 2003 sah das noch ganz anders aus: Damals galt der Verein als ewiger Zweitligist und als „unaufsteigbar“. Verantwortlich dafür war auch ein verhängnisvoller Nachmittag in Braunschweig.

Der 34. Spieltag der Saison 2002/2003: Für Eintracht Braunschweig und Mainz 05 ging es um alles. Der BTSV brauchte im heimischen Stadion einen Sieg, um nicht in die Regionalliga abzusteigen. Die Mainzer mussten ebenfalls gewinnen, um Eintracht Frankfurt noch vom dritten Aufstiegsplatz zu verdrängen. Zudem galt es, einen Treffer in der Tordifferenz aufzuholen.

Mainz tritt fest entschlossen in Braunschweig an

2002 hatte Mainz nur ein einziger Punkt zum ersten Bundesliga-Aufstieg gefehlt. Weil die „Nullfünfer“ am letzten Spieltag mit 1:3 bei Union Berlin verloren, rutschten sie noch von Rang zwei auf Platz vier ab. Ein Jahr später wollten sie nicht erneut so knapp am großen Ziel scheitern.

Jürgen Klopp beschwert sich lautstark (Archivbild): In der Saison 2002/2003 verspielte Mainz den Aufstieg in Braunschweig. (Quelle: IMAGO / Team 2)

Vor 23.500 Zuschauern glänzte insbesondere Benjamin Auer. Der FSV-Stürmer erzielte vier Treffer. Nach 61 Minuten führte Mainz deshalb mit 4:0 und lag in der Blitztabelle tatsächlich vor Frankfurt. Denn die Eintracht kam gegen den SSV Reutlingen 05 zu diesem Zeitpunkt nicht über ein 3:3 hinaus. Die Hessen benötigten nun drei weitere Tore – in gerade einmal einer halben Stunde.

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Mit der klaren Führung im Rücken schaltete Mainz in Braunschweig einen Gang zurück. Abdul Thiam gelang nach 80 Minuten immerhin noch der Ehrentreffer für den BTSV. Das 1:4 war zugleich der Endstand. Was Jürgen Klopp damals noch nicht ahnte: Dieses Gegentor sollte verhängnisvoll werden.

Mainzer warten am Radio auf den Abpfiff in Frankfurt

Die Partie im Eintracht-Stadion endete gut drei Minuten früher als die Begegnung in Frankfurt. Nach dem Abpfiff versammelten sich die Mainzer auf dem Rasen, bereit, den Aufstieg zu feiern. Die Schlussphase aus Frankfurt verfolgten sie am Radio.

Jubel in Frankfurt (Archivbild): Alexander Schur (M.), Spieler der Eintracht, schoss sie 2003 in der Nachspielzeit zum Aufstieg. (Quelle: IMAGO / Alfred Harder)
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