„Kannst du in die Tonne treten“
Hoeneß poltert gegen Fifa-Pläne und Infantino
30.07.2026 – 21:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß begrüßt die Boykott-Androhung der Europäer. Und hat einen konkreten Vorschlag wie die Investorenpläne der Fifa verhindert werden können.
Aus dem Trainingslager des FC Bayern am Tegernsee berichtet Julian Buhl
Die selbstauferlegte Zurückhaltung von Uli Hoeneß hielt nicht lange, als er am Rande des Testspiels des FC Bayern in Rottach-Egern auf den geplanten Investoren-Deal von Fifa-Präsident Gianni Infantino angesprochen wurde. „Ich habe ja eine spezielle, sehr starke Meinung. Aber es ist mir zu früh, die bekanntzugeben“, sagte der Bayern-Patron zunächst. Diese Meinung sei „auf jeden Fall“ gegen Infantino, bestätigte Hoeneß auf eine entsprechende Nachfrage.
Doch dann konnte Bayern Münchens Ehrenpräsident eben doch nicht anders – und polterte gegen die Fifa los. Er begrüßte die geschlossene WM-Boykottdrohung der europäischen Fußballverbände ausdrücklich. „Ich persönlich glaube, dass die Europäer noch gar nicht wissen, wie stark sie eigentlich sind. Einen Wettbewerb ohne Europäer kannst du in die Tonne treten“, sagte Hoeneß.
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Die 55 Mitglieder der Europäischen Fußball-Union hatten zuvor Einigkeit demonstriert und geschlossen einen Boykott angedroht, wenn die Fifa und Präsident Gianni Infantino nicht von ihrem geplanten Investorendeal abrücken. „Wir lehnen den Vorschlag der Fifa, Beteiligungsrechte an der WM und anderen Fifa-Wettbewerben auf private Investoren zu übertragen, einstimmig und unmissverständlich ab“, hieß es von der Uefa.
„Dann wird Herr Infantino mit diesem Plan nicht durchkommen“
Hoeneß betonte, er könne mit dem klaren Statement von Sportvorstand Max Eberl „gut leben“. Dieser hatte am Vortag unter anderem gesagt: „Ich schäme mich dafür, dass wir im Fußball über solche Gedanken reden. Das ekelt mich an.“ Der Weltverband hatte mitgeteilt, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils seiner kommerziellen Rechte etwa an der WM eine Milliardensumme einspielen zu wollen und künftig allen 211 Verbänden mehr Geld auszuzahlen. Ein Boykott der Uefa könnte Infantinos Pläne massiv ins Wanken bringen.
„Wenn die Europäer wirklich einig sind und wenn sie konsequent daran arbeiten, wird Herr Infantino mit diesem Plan nicht durchkommen“, so Hoeneß weiter. „Denn, wenn er Fidschi-Inseln gegen Kapverde bei der WM haben will, dann kann er das haben.“
Es sei zu früh, über mögliche Nachfolger im Amt des Fifa-Präsidenten zu sprechen. Stattdessen äußerte Hoeneß seine Hoffnung, dass Europas größte Verbände eine Art Allianz schmieden und in dieser gemeinsame Interessen vertreten könnten.