188 Jobs auf der Kippe
Preisverfall treibt Schweinemäster in die Insolvenz
29.07.2026 – 19:55 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Geestferkel GmbH hat zuletzt viel Geld in bessere Haltungsformen investiert. Jetzt trifft der Preisverfall beim Schweinefleisch das Unternehmen hart.
Einem der größten deutschen Ferkelerzeuger droht das Aus: Die im niedersächsischen Wildeshausen ansässige Geestferkel GmbH hat Insolvenz angemeldet, wie das Fachportal agrarheute.de berichtet. Demnach bedroht eine massive Finanzierungslücke das Unternehmen mit 188 Mitarbeitern und weiteren Standorten in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.
Dem Bericht zufolge hat Geestferkel am Dienstag Insolvenz angemeldet, nachdem Verhandlungen mit Banken und Gläubigern in den vergangenen Wochen gescheitert waren. Geschäftsführer und Landwirt Jörn Ahlers sagte dem Portal: „Es fehlte letztlich die verlässliche Perspektive, dass sich die Schweinehaltung unter den gegenwärtigen Marktbedingungen wieder nachhaltig wirtschaftlich betreiben lässt.“
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Geestferkel insolvent – Chef fordert Eingreifen der Politik
Laut Geestferkel lassen sich mit einem Ferkel gegenwärtig nur noch etwa 30 Euro erlösen, was einem Verlust von mehr als 25 Euro pro Tier entspreche. Bei Mastschweinen liege der Erlös bei etwa 1,40 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht – ein Minus von mehr als 50 Euro pro Schwein. Inflationsbereinigt seien dies die niedrigsten Preise seit Jahrzehnten. Gleichzeitig seien die Kosten für Energie, Futter, Löhne und Bauvorhaben massiv gestiegen. Mit den Erlösen lasse sich oft nicht einmal mehr die Grundversorgung der Tiere decken, heißt es.
Als problematisch hat sich dem Bericht zufolge auch die Übernahme der Firma Prignitz Landschwein herausgestellt. Damit wollte Geestferkel seine Präsenz in Brandenburg ausbauen. Doch der Zuwachs an Produktionskapazitäten ließ sich wohl nicht in Einklang bringen mit dem Preisverfall beim Schweinefleisch. Hinzukommt dem Bericht zufolge, dass Geestferkel in den vergangenen Jahren Millionen Euro in bessere Haltungsformen und Tierwohl investiert hat. Der Markt habe diese Ausgaben aber nicht honoriert, heißt es.
Vor diesem Hintergrund fordert Geestferkel-Chef Ahlers nun einen festen, staatlich abgesicherten Tierwohlbonus statt rein freiwilliger Lösungen: „Wer Millionen investiert und anschließend nicht einmal seine laufenden Kosten bezahlen kann, wird für sein Engagement wirtschaftlich bestraft“, sagte Ahlers agrarheute.de. „Wenn sich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht grundlegend ändern, hat die Ferkelerzeugung in Deutschland kaum noch eine Zukunft.“










