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Ein schwedisches Gericht verurteilte am Dienstag einen 61-jährigen Mann zu vier Jahren und fünf Monaten Gefängnis, weil er seine Frau „rücksichtslos ausgebeutet“ hatte, um gegen Bezahlung Sex mit Dutzenden Männern zu haben.
Der Mann sei wegen „schwerer Zuhälterei“ sowie wegen versuchter Vergewaltigung, Körperverletzung und Drohung sowie eines geringfügigen Drogendelikts verurteilt worden, hieß es in einer Erklärung des Gerichts und wies darauf hin, dass die Taten über einen Zeitraum von drei Jahren stattgefunden hätten.
„Das Bezirksgericht hat festgestellt, dass der Mann derjenige war, der den Einstieg der Frau in die Prostitution veranlasste und auch die Person war, die den größten Teil der Verwaltung des Betriebs erledigte“, hieß es.
Außerdem hieß es, die Klagen seien als erschwert anzusehen, weil der „Kläger rücksichtslos ausgebeutet“ worden sei.
Der Fall, bei dem nach Angaben der Staatsanwaltschaft etwa 120 Käufer identifiziert wurden, hat Schweden schockiert.
Es wurden Vergleiche mit der Französin Gisèle Pelicot gezogen, deren Ehemann im Jahr 2024 verurteilt wurde, weil er sie bewusstlos unter Drogen gesetzt und von zahlreichen Männern vergewaltigen ließ.
„Der Prozess war langwierig und anspruchsvoll für die Parteien und andere Beteiligten. Auch die Publizität wurde von vielen Parteien als besondere Belastung empfunden“, sagte Richter Johan Ahlberg.
Staatsanwältin Ida Annerstedt sagte der Nachrichtenagentur AFP zu Beginn des Prozesses im April, die Frau habe „ernsthafte Angst“ vor ihrem Mann gehabt.
Annerstedt sagte vor Gericht, der Mann habe seine Frau gewarnt, ihn nicht zu verärgern, denn dann werde „das Monster freigelassen“.
Das Gericht stellte fest, „dass der Mann seine Frau beeinflusst und dazu genötigt hat, sexuelle Handlungen an sich selbst vorzunehmen, diese online zu verbreiten, zusätzliche Sexkäufer zu gewinnen und zu versuchen, Nachbarn und Kunden zum Sex mit ihr zu überreden“, sagte Richter Johan Ahlberg in einer Erklärung.
„In vielen Fällen geschah dies auch durch anhaltendes Nörgeln und den Einsatz unangenehmer und herablassender Sprache.“
Das Gericht wies jedoch die acht gegen den Mann erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe ab.
Es hieß, bei sieben der Vorfälle sei nicht klar, ob ihre Teilnahme freiwillig gewesen sei, während in einem Fall nicht klar sei, welche sexuellen Handlungen stattgefunden hätten.
Von den 29 wegen Sexkaufs angeklagten Personen seien 28 verurteilt worden, teilte das Gericht mit. Zwei von ihnen wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, während die übrigen zu Geldstrafen oder Bewährungsstrafen verurteilt wurden.
Zusätzliche Quellen • AP, AFP
