Besonderer Tagestrip

Dieses Rekord-Bauwerk stellt alles auf den Kopf


18.07.2026 – 10:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Kanalbrücke des Wasserstrassenkreuzes nördlich von Magdeburg (Archivfoto): Besucher aus Braunschweig haben keine lange Anfahrtszeit. (Quelle: ECKEHARD SCHULZ/imago)

Am Wochenende etwas Besonderes erleben, aber nicht weit fahren? Dann sollte dieses besondere Bauwerk auf die Liste. Es stellt so einiges auf den Kopf.

Autos fahren über Flüsse, Schiffe meist darunter hindurch. Rund eine Stunde von Braunschweig entfernt ist es genau andersherum: Dort gleiten Frachter und Ausflugsschiffe auf einer Brücke über die Elbe.

Möglich macht das die Kanalbrücke Magdeburg. Sie ist das Herzstück des Wasserstraßenkreuzes nördlich der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt. Auf 918 Metern führt die Stahlkonstruktion den Mittellandkanal über den Fluss und weiter in Richtung Elbe-Havel-Kanal. Die Wasserstraßenverwaltung bezeichnet sie als längste Kanalbrücke der Welt.

Schiffe schweben scheinbar über die Elblandschaft

Auf beiden Seiten des mit Wasser gefüllten Trogs verlaufen Wege für Fußgänger und Radfahrer. Besucher können die Brücke überqueren und dabei beobachten, wie Schiffe scheinbar über der Elblandschaft schweben. Der Trog ist 32 Meter breit, das Wasser darin mehr als vier Meter tief. Rund 24.000 Tonnen Stahl wurden für das Bauwerk verwendet.

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Die Verbindung erspart Schiffen den früher nötigen Abstieg vom Mittellandkanal in die Elbe und den anschließenden Aufstieg. Das war vor allem bei niedrigem Wasserstand problematisch. Erste Teile des Projekts entstanden bereits vor dem Zweiten Weltkrieg, die Arbeiten wurden jedoch 1942 eingestellt. Der heutige Brückenbau begann 1998, im Oktober 2003 wurde die Strecke für den Verkehr freigegeben.

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Zum Wasserstraßenkreuz gehören außerdem mehrere Schleusen und das historische Schiffshebewerk Rothensee. Die Anlage von 1938 hebt oder senkt ihren mit Wasser gefüllten Trog je nach Elbpegel um bis zu 18 Meter. Für moderne Güterschiffe ist sie zu klein, seit 2013 wird sie jedoch wieder saisonal für touristische Schiffe und kleinere Boote betrieben.

Ausflug ab Braunschweig: In etwa einer Stunde ist man dort

Von Braunschweig sind es rund 90 Kilometer. Bei freier Strecke dauert die Fahrt über die A2 ungefähr eine Stunde. Empfohlen wird die Abfahrt Lostau; die Zufahrt erfolgt unter anderem über die Straßen „An der Trogbrücke“ und „Elbstraße“. Das Außengelände ist ganzjährig rund um die Uhr und kostenlos zugänglich. Die Trogbrücke ist mit dem Rollstuhl befahrbar, der Aussichtsturm dagegen nur über Treppen erreichbar.

Öffentliche Führungen werden von Mai bis September sonntags um 11 Uhr angeboten. Sie dauern etwa anderthalb Stunden, kosten regulär fünf Euro und müssen bis zum vorherigen Donnerstag angemeldet werden. Da das Schiffshebewerk etwa bei großer Hitze oder niedrigem Elbpegel kurzfristig schließen kann, sollten Besucher den aktuellen Betrieb vor der Abfahrt prüfen.

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