65. Jubiläum

Warum in Mitte jetzt eine durchsichtige Mauer steht

12.08.2026 – 15:32 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Kunstinstallation in Mitte ist zugleich durchsichtig und undurchsichtig. Sie steht genau vor dem Brandenburger Tor. (Quelle: Jens Kalaene/dpa/dpa-bilder)

Am Brandenburger Tor steht eine neue Installation – genau dort, wo einst die Grenze verlief. Zudem zeigt Open-Air-Ausstellung einen längst vergangenen Alltag.

Vor dem Brandenburger Tor in Berlin steht eine neue Kunstinstallation, die an den Mauerbau vom 13. August 1961 erinnert. Die 30 Meter lange und rund drei Meter hohe Metallkonstruktion aus Aluminium steht auf der Westseite des Wahrzeichens – genau dort, wo einst die Grenze verlief.

Gestaltet hat das Werk der Künstler Hubertus Hamm. Die Konstruktion erinnert auf den ersten Blick an die einstige Mauer, ist jedoch aus einer feinen, an Bienenwaben angelehnten Aluminiumstruktur gefertigt. Je nach Standpunkt können Besucher hindurchschauen und die andere Seite teils klar, teils verschwommen wahrnehmen.

Die landeseigene Berliner Kulturprojekte GmbH will mit dem Werk einerseits die Monstrosität der Mauer zeigen, andererseits daran erinnern, dass sie die Stadt nicht dauerhaft spalten konnte. Zugleich solle die Installation dazu anregen, über Verbindendes und Trennendes sowie über Mauern und Grenzen in der heutigen Zeit nachzudenken, so die Veranstalter.

Ergänzt wird die Installation durch die Open-Air-Ausstellung „Mauerblicke. Berlin 1961-1990“, die den Alltag in der geteilten Stadt anhand historischer Fotografien dokumentiert. Bis Sonntag sind vor Ort Führungen und Konzerte geplant, außerdem werden Auszüge aus Biografien von Todesopfern der Mauer vorgelesen. Am Samstag ist die Installation wegen der Technoparade Rave Planet nicht zugänglich.

Berliner Mauer war über 150 Kilometer lang

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sprach bei der Eröffnung von einer „schrecklichen Zäsur“: „Der Mauerbau am 13. August 1961 war eine schreckliche Zäsur für unsere Stadt, für unser Land, im Ergebnis für Europa, für die Welt.“ Die Grenze sei mit Minenfeldern, Hunden und Selbstschussanlagen eine Todeszone gewesen. DDR-Grenzer hätten Menschen ermordet, nur weil diese von einem Berliner Stadtteil in einen anderen wollten. Es sei wichtig, daran zu erinnern – gerade in einer Zeit, in der das SED-Regime und die DDR-Zeit teils verharmlost würden.

Die Berliner Mauer wurde im August 1961 errichtet, um die massenhafte Abwanderung von Menschen aus der DDR in den Westen zu stoppen. Das rund 155 Kilometer lange Bollwerk zerschnitt Berlin mehr als 28 Jahre lang, bis es am 9. November 1989 im Zuge der friedlichen Revolution in der DDR fiel.

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