„Nicht mehr hinnehmbar“
Gewerkschaft beklagt marode Dienststellen bei der Bundespolizei
Aktualisiert am 26.05.2026 – 07:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Tropfende Decken, marode Infrastruktur, veraltete Gebäude: Die Gewerkschaft der Polizei berichtet von Frust wegen schlechter Arbeitsbedingungen.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) klagt über eine große Zahl maroder Dienststellen bei der Bundespolizei und fordert dringend eine bessere Infrastruktur. „Man kann klar sagen, dass so gut wie jede dritte Dienststelle erhebliche Mängel hat oder marode ist“, sagte der GdP-Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, der „Rheinischen Post“. Der Zustand vieler Gebäude und Wachen sei „nicht mehr hinnehmbar“.
Es fehlten Büros, Unterkünfte oder Parkflächen für die Beschäftigten, monierte Roßkopf. „Es kann nicht sein, dass in Deutschland über moderne Sicherheitsarchitektur gesprochen wird, während Polizeibeschäftigte gleichzeitig mit Eimern unter tropfenden Decken stehen oder in völlig überalterten Gebäuden Dienst verrichten müssen.“ Sanierungen würden immer wieder verschoben, dies sorge für Frust bei den Beschäftigten.
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Die GdP fordere daher von der Regierung Geld für Sanierungen, Neubauten und bessere Unterkünfte. „Eine moderne Bundespolizei braucht moderne Infrastruktur.“ Das sei „keine Luxusforderung, sondern eine Frage von Respekt, Motivation und letztlich auch öffentlicher Sicherheit“, sagte Roßkopf.

Berliner Polizeiwache fällt buchstäblich auseinander
Schon im April hatte der Zustand der Berliner Wache des Regionalabschnitts Friedrichstraße Schlagzeilen gemacht. Laut der Berliner Gewerkschaft der Polizei herrschen dort unerträgliche Arbeitsbedingungen. „Neben bröckelnder Bausubstanz und eklatantem Platzmangel für die Beschäftigten flattern Motten durch die Schränke, tote Ratten wurden bereits entdeckt“, hieß es in einer Pressemitteilung. Die Dienststelle ist unter anderem für den Görlitzer Park und das Kottbusser Tor zuständig.
Der Personalrat beklage auch das Ignorieren arbeitsrechtlicher Vorschriften und eklatante Gesundheitsgefahren, erklärte Vizechef Thorsten Schleheider. „Monitore mussten aufgrund des Platzmangels der alten Wachräume auf Fensterbänken abgestellt werden, im sogenannten Pausenraum sollen teilweise kaputte Ramsch-Möbel zusammengeschoben worden sein“, berichtet er.
Bei den schon lange laufenden Umbauarbeiten habe man einen behindertengerechten Zugang „vergessen“, heraushängende Stromkabel würden mit Paketklebeband provisorisch fixiert. Auf eine sicherheitsrelevante Scheibe wartet man nach seinen Worten seit neun Monaten, sodass Wachräume nicht nutzbar sind – was den Platzmangel in der kürzlich personell aufgestockten Wache verstärkt.











