In mehreren Bundesländern
Polizei durchsucht Wohnungen von mutmaßlichen Neonazis
Aktualisiert am 06.05.2026 – 08:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Junge Neonazis im Fokus: Die Polizei durchsucht Objekte mutmaßlicher Neonazis. Wie die neuen rechten Jugendgruppen ihre Aktionen planen und warum sie jetzt ins Visier geraten.
In mehreren Bundesländern laufen seit dem frühen Morgen in mehreren Städten Durchsuchungen bei mutmaßlichen Rechtsextremisten. Ausgenommen sind nur Baden-Württemberg, Thüringen, Hamburg und Bremen. 36 Personen werde die Bildung oder Mitgliedschaft in den kriminellen Vereinigungen „Jung und Stark“ sowie „Deutsche Jugend voran“ vorgeworfen, sagte eine Sprecherin der Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe.
In Nordrhein-Westfalen gebe es zehn Beschuldigte, hieß es aus Sicherheitskreisen. Sie seien alle deutsche Staatsbürger. Einer der Beschuldigten sei wegen einer anderen Angelegenheit bereits zuvor in Untersuchungshaft gekommen. Die Maßnahmen in landesweit acht Städten richteten sich den Angaben zufolge gegen die Gruppe „Jung und Stark“. An der Aufklärung der Gruppe war auch das Bundesamt für Verfassungsschutz beteiligt.
In Berlin werde an mehreren Orten durchsucht, bestätigte ein Sprecher der Polizei und verwies an das Bundeskriminalamt (BKA). In Brandenburg kommt es nach Angaben aus Sicherheitskreisen ebenfalls zu Durchsuchungen.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern nehme das Bundeskriminalamt (BKA) im Auftrag des Generalbundesanwalts Durchsuchungen vor, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamts. Details nannte sie nicht.
Seit 2024 häufen sich die Gewalttaten von teils sehr jungen Neonazis, etwa bei Angriffen auf Paraden zum Christopher Street Day, der den Rechten von lesbischen, schwulen und anderen queeren Menschen gewidmet ist. Das Bundeskriminalamt (BKA) erklärte Mitte 2025: „Die Polizeibehörden aus Bund und Ländern beobachten seit etwa Mitte vergangenen Jahres, dass in der rechten Szene neue Jugendgruppen in Erscheinung getreten sind, die sich zunächst im virtuellen Raum gegründet haben.“ Diese träten inzwischen vermehrt durch Veranstaltungen, Störaktionen und Straftaten in Erscheinung.
Die größte dieser Gruppe war damals nach Angaben aus Sicherheitskreisen „Jung und Stark“ mit einer Anhängerzahl im mittleren dreistelligen Bereich. Auch die Gruppe „Deutsche Jugend Voran“ ist im Visier der Ermittler. Schätzungsweise mehr als hundert Menschen fühlen sich demnach dieser Gruppe zugehörig. Weitere relevante Vereinigungen seien „Der Störtrupp“ sowie die Gruppe „Letzte Verteidigungswelle“. Mutmaßliche Angehörige der „Letzten Verteidigungswelle“ stehen aktuell in Hamburg wegen mehrerer Gewalttaten vor Gericht.










