Ein polnisches Gericht hat am Donnerstag einen ehemaligen russischen Oppositionellen und seine Frau wegen Spionage für Moskau inhaftiert und ihnen außerdem vorgeworfen, ein Paket mit Sprengstoff organisiert zu haben.

Die Behörden in Warschau warnen seit der groß angelegten Invasion der Ukraine vor mehr als vier Jahren vor russischen Sabotageakten in Polen.

Laut Gerichtsdokumenten, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegen, wurde der russische Staatsbürger Igor R., der von russischen Medien als Igor Rogov identifiziert wurde, zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt, während seine Frau Irina zu drei Jahren Haft verurteilt wurde.

Das Ehepaar, das seit Beginn des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022 in Polen lebt, wurde in der südlichen Stadt Kattowitz verurteilt.

Polen sagte, Rogow, zuvor Aktivist der Anti-Kreml-Gruppe „Offenes Russland“, habe für den russischen Geheimdienst FSB spioniert und Informationen über russische Oppositionelle und Organisationen, die sie unterstützen, gesammelt.

Polnischen Medien zufolge erschien Rogow vor Gericht mit einem Plakat mit Parolen gegen die Herrschaft des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Die Verurteilung erfolgte nach einem Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit, wobei Warschau Gründe der nationalen Sicherheit anführte.

Das Paar sitzt seit seiner Festnahme vor zwei Jahren in Haft.

Das Gericht sagte, Rogow habe zwischen Februar und August 2022 für den FSB spioniert und Daten auf einem verschlüsselten Gerät an seine Frau weitergegeben, die sie an russische Geheimdienstoffiziere weiterleiten sollte.

Die Staatsanwälte sagten außerdem, Rogow habe im Juli 2024 zusammen mit zwei Ukrainern und einem weiteren Russen ein Paket mit Sprengstoff über ein Kurierunternehmen verschickt und die Abholung veranlasst.

Sie sagten, das Paket sei von polnischen Sicherheitsdiensten in einem Lagerhaus eines Kurierunternehmens in der polnischen Region Lodz abgefangen worden.

Vor Moskaus Invasion in der Ukraine war Rogow ein Oppositioneller mit Sitz im russischen Saransk und arbeitete seit 2017 für die Organisation des verstorbenen Kremlkritikers Alexej Nawalny.

Später schloss er sich der Oppositionsgruppe „Offenes Russland“ an, die vom im Exil lebenden Oligarchen Michail Chodorkowski unterstützt wurde.

Zusätzliche Quellen • AFP

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