Italien
Nach Beschwerden: Bürgermeister lässt Pfauen zählen
17.06.2026 – 11:58 UhrLesedauer: 2 Min.
Pfauen bestechen durch ihre Schönheit. In einem kleinen Ort in Italien kann diese farbenfrohe Pracht aber keiner mehr schätzen. Denn es gibt zu viele der großen Vögel.
Der italienische Badeort Punta Marina Terme kommt nicht aus den Schlagzeilen. Vor wenigen Wochen gab es Berichte darüber, dass die Pfauenpopulation in dem Städtchen an der Adria kontrolliert werden soll. Einheimische könnten den Lärm und den Dreck, den die großen Vögel verursachen, nicht mehr ertragen. Nun hat Bürgermeister Alessandro Barattoni als erste Maßnahme durchzählen lassen.
Das Ergebnis: Die Zahl der Pfauen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Wurden 2014 noch neun Tiere gezählt, waren es 2020 rund 30 und 2022 schon etwa 70. Nach dem aktuellen Zensus leben inzwischen rund 200 Pfauen in dem Ort an der Adriaküste. „Der Bestand ist in den vergangenen vier Jahren deutlich gewachsen. Darauf müssen wir reagieren“, sagte Barattoni dem Nachrichtenportal „Il Resto del Carlino“.
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Pfauen sind zu Markenzeichen geworden
Nach Angaben des Bürgermeisters gibt es mehr Weibchen als Männchen. Für die meisten Beschwerden seien die männlichen Tiere verantwortlich, deren laute, schrille Rufe vor allem während der Paarungszeit als Belästigung empfunden werden.
Mögliche Maßnahmen sollen noch in dieser Woche bei einer öffentlichen Bürgerversammlung vorgestellt werden. So soll die örtliche Gesundheitsbehörde einbezogen und ein Managementplan präsentiert werden. Ziel sei es, die Situation bis zur nächsten Paarungszeit im Frühjahr zu verbessern. Diskutiert werden sowohl eine Umsiedlung von Tieren als auch Maßnahmen zur Geburtenkontrolle.
Gerüchte, wonach Pfauen bereits heimlich aus dem Ort entfernt worden seien, wies Barattoni zurück. Weder die Stadtverwaltung noch Anwohner oder Tierschutzverbände hätten entsprechende Hinweise erhalten.
Trotz der Probleme sieht die Stadt auch positive Effekte: Die ungewöhnlich große Pfauenpopulation hat internationale Aufmerksamkeit erregt und lockt Besucher nach Punta Marina. „Punta Marina und seine Pfauen sind inzwischen zu einem wichtigen Markenzeichen geworden“, sagte Barattoni. Die Gemeinde wolle dieses Alleinstellungsmerkmal erhalten, ohne die Lebensqualität der Bewohner zu beeinträchtigen.
Woher kommen die majestätischen Vögel?
Die Tiere sollen aus dem Gebiet einer ehemaligen Militäranlage, wo sie wohl beste Voraussetzungen für ihr Gedeihen fanden, in den Ort eingewandert sein. So zumindest eine Theorie. Eine andere besagt, dass die Vögel aus einer nicht mehr existierenden Pfauenfarm nahe Ravenna entlaufen sind und sich nun in dem Badeort vermehren.










