Von&nbspNela Heidner&nbsp&&nbspSertac Aktan

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Bei Protesten gegen Lärm und Umweltverschmutzung wurde am Samstag in Österreich eine der wichtigsten Autobahnen Europas zwischen Deutschland und Italien blockiert. Erste Berichte zeigten jedoch, dass die Verkehrsbehinderungen nicht so schlimm waren wie befürchtet.

Mehrere tausend Demonstranten versammelten sich am Samstag auf der Straße in Matrei am Brenner, um Maßnahmen zu fordern. Um Platz für die Demonstration zu schaffen, sperrten die Behörden von 11:00 Uhr Ortszeit bis 19:00 Uhr einen Teil der Autobahn und die umliegenden Straßen für den gesamten Transitverkehr.

Der Brennerpass verbindet Nord- und Südeuropa, wobei der österreichische Abschnitt einen wichtigen transalpinen Zugang nach Italien darstellt. Gemeinden im österreichischen Bundesland Westtirol beschweren sich seit langem über den Verkehr auf der Strecke, insbesondere über Lkw, die durch das Bundesland fahren.

Nach Angaben des österreichischen Autobahnbetreibers ASFINAG nimmt der Verkehr seit Jahren stetig zu, die Lkw-Zahlen haben sich seit 2000 mehr als verdoppelt. Allein im vergangenen Jahr nutzten fast 11 Millionen Pkw, 2,5 Millionen Transporter und Lkw die Strecke.

„Wir wollen ein Signal nach Brüssel, an die Bundesregierung in Wien senden, dass es bei dem ständig zunehmenden Verkehr hier auf keinen Fall so weitergehen kann und darf“, sagte Organisator Karl Mühlsteiger im Vorfeld der Protestaktion. „Das ist schon sehr, sehr lange ein Thema. Es zieht sich über Jahre hin.“

Mühlsteiger, der Bürgermeister von Gries am Brenner, fügte hinzu, dass die Situation „für die Bevölkerung nicht mehr beherrschbar, nicht mehr erträglich“ sei, und wies darauf hin, dass Umweltverschmutzung, Lärm und Staus lokale Gemeinden wie seine entlang der Autobahn plagen.

Politische Spannungen und schleppende Infrastruktur

Die Blockade wirft ein Schlaglicht auf langjährige politische Debatten über die Verwaltung des alpenquerenden Güterverkehrs. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter hat ein flexibles Mautsystem gefordert, bei dem die Frachtgebühren in der Hauptverkehrszeit steigen und in verkehrsruhigeren Zeiten sinken.

Bernreiter unterstützte auch die geplante „Brenner-Nord-Erschließungsstrecke“ von München nach Innsbruck, eine U-Bahn-Linie, die den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagern und gleichzeitig die Landschaft schützen soll. Allerdings schreitet das Projekt seit Jahren schleppend voran, da der Deutsche Bundestag noch nicht über die genaue Route entschieden hat. Oberbürgermeister Mühlsteiger betonte, dass die bayerische Staatsregierung Verantwortung übernehmen müsse: „Wir brauchen dringend die nördliche Zufahrtsstraße in Bayern. Bayern muss die Bevölkerung in Rosenheim in das Projekt einbinden, nur dann kann es ein Erfolg werden.“

Umfangreiche Schließungen und Umleitungsverbote

Der Protest fand an einem der traditionell verkehrsreichsten Reisetage des Jahres in Süddeutschland statt.

Der österreichische Automobilclub OeAMTC hatte im Vorfeld der Veranstaltung vor möglichen „ausgedehnten Staus“ gewarnt und Autofahrern geraten, an diesem Tag nicht durch Tirol zu fahren.

Die Brennerautobahn A13 zwischen der Mautstelle Schönberg und dem Brenner, die Brennerstraße B182 und die Ellbögenstraße L38 waren in beide Richtungen gesperrt.

Auch das Auswärtige Amt warnte Autofahrer vor dem Überfahren des Brenners, während sich das Polizeipräsidium Oberbayern Süd auf den größten Verkehrseinsatz seiner Geschichte vorbereitete. Polizeisprecher Stefan Sonntag erklärte vor der Veranstaltung: „Wir rechnen mit allem, was Richtung Süden kommt. Mehrere Hundert Polizisten werden im Einsatz sein.“

Um einen Stillstand der lokalen Netze zu verhindern, waren die L38 und die B182 auf Fahrer beschränkt, die nachweisen konnten, dass sie entlang der Strecke ein gebuchtes Ziel hatten. Darüber hinaus galt auf den Autobahnen A8 und A93 in den Landkreisen Rosenheim und Berchtesgadener Land ein striktes Ausfahrtverbot, das bedeutete, dass Autofahrer die Autobahn nur verlassen durften, wenn sie in der Gegend ein gültiges Ziel hatten.

Während Autofahrern frühzeitig geraten wurde, weite Umwege zu suchen, etwa am Inntalkreuz, bei Rosenheim oder bei Verona, nannten Autoverbände in der Schweiz den Gotthard- und den San-Bernardino-Tunnel sowie den Reschenpass als wichtigste Ausweichmöglichkeiten, um den Verkehr über die Alpen aufrechtzuerhalten.

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