Chaos spitzt sich zu

Neuer Ismaik-Anwalt soll die „Löwen“ in der 3. Liga halten


10.06.2026 – 11:26 UhrLesedauer: 2 Min.

Investor Hasan Ismaik (Archivbild): Der TSV 1860 München hat den Kooperationsvertrag mit dem 48-Jährigen gekündigt. (Quelle: Imago/Ulrich Wagner)

Der Streit zwischen den „Löwen“ und Hasan Ismaik geht in die nächste Runde. Der Investor holt sich prominente Unterstützung – und will den Klub plötzlich doch in der 3. Liga halten.

Nach der Kündigung des Kooperationsvertrags durch den TSV 1860 München am vergangenen Donnerstag (4. Juni) hat Hasan Ismaik angekündigt, mögliche juristische Schritte prüfen zu lassen. Dabei hat sich der jordanische Investor nun prominente Hilfe gesucht. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ zuerst berichtete und Ismaiks Firma HAM inzwischen der „Abendzeitung“ (AZ) bestätigte, vertritt ab sofort Peter Gauweiler die Interessen des 48-Jährigen als Anwalt.

Der ehemalige CSU-Politiker aus München war von 1986 bis 1990 Staatssekretär im Bayerischen Innenministerium und zwischen 1990 und 1994 Bayerischer Staatsminister für Landesentwicklung und Umweltfragen. Von 1990 bis 2002 saß er im Landtag, anschließend weitere 13 Jahre im Bundestag. Als Anwalt verklagte er für Mandanten mehrfach die Deutsche Bank. Für den Medienunternehmer Leo Kirch erstritt er vor dem Bundesgerichtshof Schadensersatz.

TSV-Präsident Mang reagiert mit Kopfschütteln

Dem Bericht zufolge wurde Gauweiler von Ismaik damit beauftragt, gegen die Kündigung des Kooperationsvertrags durch den Stammverein von 1860 München vorzugehen und den Fortbestand der gemeinsamen Spielbetriebsgesellschaft zu sichern. Nachdem die Profifußball-KGaA infolge der Kündigung ihr Spielrecht an den e.V. verloren hat, ist sie von einer Insolvenz bedroht. In diesem Fall würden die Anteile von Ismaik praktisch wertlos werden.

Anwalt Peter Gauweiler (Archivbild): Er vertritt künftig die Interessen von Hasan Ismaik. (Quelle: Imago/Bernd Elmenthaler)

TSV-Präsident Gernot Mang reagierte überrascht auf die Personalie. Im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk sagte er am Dienstagabend: „Wir haben es auch heute erfahren. Mit ein bisschen Kopfschütteln, muss ich sagen.“ Als ehemaliger CSU-Politiker vertrete Gauweiler eigentlich eine bestimmte Werte-Tradition. „Und jetzt vertritt er jemanden aus Middle-East und geht gegen einen der traditionsreichsten Vereine Deutschlands vor. Da passt irgendwas nicht zusammen.“

Ismaik will 1860 offenbar in der 3. Liga halten

Laut der „AZ“ verfolgen Ismaik und Gauweiler aber nicht nur das Ziel, gegen die Kündigung vorzugehen. Demnach soll auch versucht werden, den TSV 1860 München doch noch in der 3. Liga zu halten. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel hatte der Verein am vergangenen Mittwoch den Zwangsabstieg in die Regionalliga bekannt gegeben. Eine endgültige Entscheidung über die Drittliga-Lizenz durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) steht jedoch noch aus.

Der DFB sowie der Bayerische Fußball-Verband sollen demnach bereits darüber informiert worden sein, dass die Ismaik-Seite im Zweifel gegen eine Nichterteilung der Drittliga-Lizenz vorgehen will. Dafür sei man auch weiterhin bereit, die benötigten rund 2,3 Millionen Euro bereitzustellen, heißt es in dem Bericht der „AZ“. Eben jenes Geld, das der Jordanier „Sechzig“ in der Vorwoche noch verweigert hatte.

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