70-mal mit dem Hammer zugeschlagen
Er erschlug seinen Chef: lebenslange Haft
13.08.2026 – 15:07 UhrLesedauer: 3 Min.
Ein Gastwirt wird brutalst erschlagen. Jetzt wurde einer seiner früheren Angestellten schuldig gesprochen.
Regungslos und mit leerem Blick verfolgt der 29-Jährige die Verkündung des Urteils vor dem Landgericht Freiburg. Die Kammer verhängt eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Mord an seinem ehemaligen Chef. Die Vorsitzende Richterin sprach von ausgeprägt „mangelnder Empathie“. Der Verurteilte zeige sich vom qualvollen Tod seines Opfers und auch seinem eigenen Schicksal emotional völlig unberührt.
Warum der Mann mit afghanischer Staatsangehörigkeit an jenem Morgen im vergangenen Oktober seinen ehemaligen Chef in dessen Lokal in Rheinfelden in Baden-Württemberg aufsuchte und brutal tötete, ist nach wie vor unklar.
Über mehrere Monate war er dort Kellner. Sechs Wochen vor der Tat hatte der 29-Jährige die Kündigung bekommen. Laut Gericht hatte er sie nach einer zuvor verweigerten Gehaltserhöhung selbst von seinem 50-jährigen Chef gefordert. Er wollte so Anspruch auf Arbeitslosengeld haben.
Chef getötet: Tatort voller DNA-Spuren
Bis zuletzt bestritt der 29-Jährige die Tat trotz zahlreicher Indizien, die der Kammer zufolge keinen Zweifel an seiner Schuld ließen. Demnach war die Tat nahezu vollständig auf den Aufnahmen der Überwachungskameras im Lokal zu sehen. Auch wenn die Bildqualität keine eindeutige Identifikation des Gesichts des Mannes hergab, hätten die optischen Ähnlichkeiten stark auf ihn hingedeutet.
Weitere Indizien waren unter anderem, dass er seinen Schlüsselbund mitsamt Wohnungsschlüssel am Tatort zurückließ und seine DNA-Spuren dort gefunden wurden. Sein Mitbewohner identifizierte außerdem die Tatwaffe als seinen Hammer, der aus dem Werkzeugkasten daheim gefehlt hatte. Dazu kam, dass das Smartphone des 29-Jährigen demnach genau im Zeitfenster der Tat mit dem WLAN des Lokals verbunden war.
Als erwiesen sah die Kammer das Mordmerkmal der Heimtücke. Das Opfer habe zu keinem Zeitpunkt mit dem Angriff gerechnet. Der 29-Jährige hat demnach einen Schlosserhammer von zu Hause mitgenommen und in der Tasche seines Kapuzenpullis verborgen, als er das Lokal aufsuchte. Dabei habe er ein Zeitfenster vor Ladenöffnung gewählt, bei dem er wusste, dass der Wirt noch allein im Lokal sein wird.
Mehrere kräftige Hammerschläge
Auf den Aufnahmen der Überwachungskameras sei zu sehen gewesen, wie der Afghane sich vor dem Angriff mehrfach umschaut und sich vergewissert, dass niemand sonst im Lokal ist. Als das Gespräch zwischen den beiden den Aufnahmen nach scheinbar endete und der 50-Jährige ihm den Rücken zuwandte, schlug der 29-Jährige ihm mehrfach wuchtig mit dem Hammer auf den Kopf. Insgesamt soll er der Rechtsmedizin zufolge zwischen 60 und 70 Mal zugeschlagen haben, davon dutzende Male auf den Kopf.
