Borussia Dortmund steigt aus dem Poker um Saïd El Mala aus. Der 1. FC Köln behält seinen Star, verzichtet auf viel Geld und sendet ein wichtiges Signal.
Der 1. FC Köln ist hart geblieben und hat Borussia Dortmund die kalte Schulter gezeigt, bis der BVB sich aus dem Transfer-Poker um Saïd El Mala zurückgezogen hat. Das war das gute Recht der Geißböcke, denn die Schwarz-Gelben gaben in dem Werben um den 19-Jährigen lange kein gutes Bild ab.
Während die Dortmunder an anderer Stelle aktuell phänomenale 120 Millionen Euro für Felix Nmecha aufrufen, war der BVB über einen Monat nicht bereit, auch nur annähernd die Kölner Forderungen für El Mala zu erfüllen. Diese waren lange bekannt, bereits Anfang Juni hatte der FC Brentford mehr als 50 Millionen Euro geboten.
Verhandlungen um El Mala: Der BVB ließ zu viel Zeit verstreichen
Dennoch blamierte sich der BVB zunächst mit einem ersten Angebot über 28 Millionen Euro bis auf die Knochen. Von einem „Witz-Angebot“ war die Rede, von einer Beleidigung des FC und des Spielers. Sportchef Lars Ricken und seine rechte Hand Ole Book mussten über mehrere Angebote hinweg derart nachbessern, dass sie später in Erklärungsnot kamen, warum sie nicht schon viel früher auf 46 Millionen Euro plus Boni gekommen waren.
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Klar ist inzwischen: Hätte Dortmund Ende Juli diese Summe geboten, wäre der FC wohl bereit gewesen, die letzten Details zu klären. Doch der BVB ließ die Zeit verstreichen und steht zwei Wochen vor Ende der Transferperiode ohne den Spieler da, den man intern als eines der wichtigsten Transferziele ausgegeben hatte.
Win-win-Situation für den 1. FC Köln
Und der FC? Der kann sich als Gewinner fühlen, denn der El-Mala-Poker hätte von vornherein nur gut für die Geißböcke ausgehen können: entweder mit einem prall gefüllten Geldbeutel oder weiterhin mit dem besten FC-Spieler im Kader. Letzteres ist nun der Fall, und so hat Sportchef Thomas Kessler noch zwei Wochen Zeit, die letzten Transfers zu tätigen, ohne auch noch El Mala ersetzen zu müssen.
Natürlich hätte auch ein Verkauf große Chancen beinhaltet. Deswegen war der FC ja auch bereit, den Spieler abzugeben. Aber eben nur für eine Summe, die man intern klar definiert hatte. Das wusste im Übrigen auch die Familie, die vom FC über die gesamte Zeit stets mitgenommen wurde. Anders ist kaum zu erklären, warum El Mala selbst weiter so stark trainierte, obwohl er durchaus gerne nach Dortmund gewechselt wäre.
Das Kölner Versprechen an El Mala
Diese Wertschätzung des FC für den Spieler und die Familie soll nun zum Faustpfand werden. El Mala soll den FC zu einer guten Saison führen, soll Nationalspieler werden, soll seinen Wert weiter steigern. Dann darf er 2027 wechseln. Das Versprechen hat der FC ihm gegeben, aber eben zu Konditionen, die für alle transparent kommuniziert wurden. Auch an Borussia Dortmund. Doch der BVB wollte es lange nicht wahrhaben und musste nun die weiße Flagge hissen.
