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In Zypern geht es heute um eine der am stärksten umkämpften und politisch brisantesten Wahlen der letzten Jahrzehnte. Die politische Landschaft wirkt fließender als je zuvor und die Parteien kämpfen um jede letzte Stimme, um die neue Zusammensetzung des Repräsentantenhauses zu bestimmen.

Ab 7 Uhr morgens gehen mehr als 568.000 Bürger in 1.217 Wahllokalen in Zypern und im Ausland an die Wahlurnen, um die 56 Abgeordneten zu wählen, die für die nächsten fünf Jahre im Amt sein werden.

Die heutige Abstimmung ist nicht nur ein parlamentarischer Wettbewerb; Es gilt als entscheidender politischer Test für die Parteien, ihre Führungen und das Verhältnis zwischen Bürgern und politischem System.

Der Hintergrund der Wahl war von Unsicherheit, mangelnder Parteiloyalität und Protesten geprägt, während der Wahlkampf von Debatten über Lebenshaltungskosten, Migration, Korruption und das „Zypern-Problem“ dominiert wurde.

Insgesamt 753 Kandidaten bewerben sich bei dieser Wahl um einen Sitz im Parlament, davon 744 für Parteien und neun für Unabhängige.

Die Wahlbeteiligung scheint nach den ersten Stunden auf einem zufriedenstellenden Niveau zu sein, obwohl mehrere Teile der Insel von Regen und starken Winden betroffen waren.

Parteiführer und hochrangige Parteimitglieder, die zur Wahl gingen, versuchten, mit starken politischen Erklärungen den Ton des Tages anzugeben.

AKEL-Generalsekretär Stefanos Stefanou forderte die Bürger dazu auf, in großer Zahl „mit Blick auf die besetzten Gebiete“ zu erscheinen, wobei der Schwerpunkt auf der nationalen Frage und der Notwendigkeit politischer Stabilität lag.

Marios Karoyan von der Demokratischen Front betonte, dass „Lösungen nicht durch Slogans und Wunschdenken entstehen“ und sendete damit ein Zeichen gegen den Populismus.

Apostolos Apostolou, Vorsitzender der Volkskampf-Freiheitspartei, sagte, dass „die Befreiung Zyperns das vorrangige Ziel seiner Partei sei“ und rückte eine harte Linie in der Zypern-Frage wieder in den Mittelpunkt.

Der unabhängige Kandidat Andreas Efstratiou zeigte sich seinerseits optimistisch hinsichtlich des Ergebnisses, äußerte jedoch gleichzeitig seine Unzufriedenheit darüber, dass Unabhängige auf den offiziellen Stimmzetteln als „Individuum“ gekennzeichnet werden.

Christos Clerides, der Vorsitzende von Democratic Change, machte bei der Stimmabgabe eine symbolische Geste und sagte, er sei in dasselbe Wahllokal gegangen, in dem der frühere zypriotische Präsident Glafcos Clerides gewählt habe.

Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf diesen Abend, an dem die neue politische Landkarte Zyperns Gestalt annimmt.

Die ersten Parteiergebnisse werden kurz nach Schließung der Wahllokale erwartet, ein vollständiges Bild der Sitzverteilung wird jedoch erst heute Abend erwartet.

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