Entwicklerkonferenz Build 2026
Microsoft stellt neue KI-Modelle und Quantenchip vor
03.06.2026 – 11:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Entwickler sollen einfacher als bislang KI-Agenten erstellen können. Dafür hat Microsoft neue Technologien vorgestellt. Auch beim Thema Quantencomputer gab es Neuigkeiten.
Microsoft hat auf seiner Entwicklerkonferenz Build 2026 zahlreiche neue Tools vorgestellt, die den Einsatz von KI-Agenten in Unternehmen, der Softwareentwicklung und der Forschung erleichtern sollen.
Zu den wichtigsten Ankündigungen gehören mehrere neue KI-Modelle. Dazu gehört das erste sogenannte Reasoning-Modell MAI-Thinking-1 des Konzerns. Es wurde laut Microsoft für komplexe Aufgaben, mehrstufige Anweisungen und die Codeerstellung entwickelt. Reasoning-Modelle sind darauf ausgelegt, umfassende Probleme zu analysieren, Zwischenschritte abzuleiten und logische Zusammenhänge besser als herkömmliche KI-Systeme zu erkennen.
Ebenfalls neu sind die Bildmodelle MAI-Image-2.5 und MAI-Image-2.5 Flash. Sie können sowohl Bilder aus Texteingaben erzeugen als auch bestehende Bilder bearbeiten. Weitere Modelle der Reihe sollen Sprache erkennen, Texte transkribieren oder beim Programmieren helfen.
Mit Web IQ kündigte Microsoft zudem eine neue KI-gestützte Suchtechnologie an. Sie soll relevante Informationen aus dem Internet besonders schnell bereitstellen und modellunabhängig funktionieren.
Neuer Quantenchip soll 2029 auf den Markt kommen
Auch im Wettlauf um die Entwicklung von Quantencomputern läutet Microsoft die nächste Runde ein. Der Konzern stellte eine überarbeitete Version eines Spezialchips vor, der mithilfe von Künstlicher Intelligenz verbessert wurde. Der erste kommerzielle Rechner auf Basis dieser Technologie werde voraussichtlich 2029 auf den Markt kommen.
Damit nennt Microsoft erstmals einen konkreten Zeitrahmen und zieht mit IBM gleich.
Der IT-Konzern will ebenfalls ab 2029 zuverlässig funktionierende Quantencomputer verkaufen. Dafür investiert er in den kommenden Jahren zehn Milliarden US-Dollar in diesen Bereich.

Daneben arbeiten der Internetkonzern Google und der Onlinehändler Amazon sowie einige chinesische Firmen an dieser zukunftsträchtigen Technologie. In Europa gelten IQM aus Finnland sowie die deutschen Startups EleQtron, SaxonQ und PlanQC als Vorreiter. Der Münchener Konzern Infineon beschäftigt sich ebenfalls mit dem Thema.
Quantencomputer arbeiten nach völlig anderen Prinzipien als klassische Rechner. Sie können daher bestimmte Aufgaben um ein Vielfaches schneller erledigen. Ihre Stärken spielen sie bei der Ver- und Entschlüsselung von Daten, der Berechnung optimaler Routen für Speditionen oder bestimmten KI-Anwendungen aus.
Technologischer Fortschritt dank KI
Im Vergleich zum Vorgänger kämen beim Quantenprozessor „Majorana 2“ andere Materialien zum Einsatz, erläutert Microsoft-Manager Jason Zander. Dadurch habe sich die Leistung in einigen Bereichen um den Faktor 1.000 verbessert.
Eine spezielle KI habe dabei geholfen, Leiterbahnen aus Blei statt wie sonst üblich aus Aluminium zu nutzen. Bleiverbindungen sind wasserlöslich und werden bei den bisher üblichen Herstellungsprozessen für Quantenchips wieder herausgewaschen. Microsoft will das Problem bei „Majorana 2“ gelöst haben.
Google, IBM und andere Entwickler setzen für ihre Quantenchips auf sogenannte Supraleiter. Dabei werden die Prozessoren auf rund minus 270 Grad Celsius heruntergekühlt, damit Strom ohne elektrischen Widerstand fließen kann. Das ist technisch aufwendig.










