Erzgebirgische Holzkunst
Dresdner Unternehmer rettet die Firma hinter der Striezelmarkt-Pyramide
06.10.2026 – 17:01 UhrLesedauer: 1 Min.
Die Holzkunst Gahlenz aus Oederan meldete im Sommer Insolvenz an. Seit dem 1. Oktober führt eine neu gegründete Firma den Betrieb am alten Standort fort.
Räuchermänner, Nussknacker, Engel und Bergmänner: Wer in Sachsen Weihnachten feiert, kennt die Figuren aus dem Erzgebirge. Viele davon stammen aus einer kleinen Werkstatt im Oederaner Ortsteil Gahlenz. Jetzt hat ein Dresdner Unternehmer den insolventen Betrieb übernommen.
Rico Paul, Geschäftsführer der Steinbach Volkskunst GmbH mit Sitz in Dresden, führe den Betrieb seit dem 1. Oktober unter dem Namen „Gahlenzer Holzbaukunst GmbH“ weiter. Werkstatt, Maschinen und die Marke Gahlenz blieben erhalten, wurde auf der Unternehmenswebseite mitgeteilt. Vor allem aber sollten die Beschäftigten herhalten bleiben.
Zwei Guinness-Rekorde aus einer Werkstatt
Wer über den Dresdner Striezelmarkt schlendert, sieht das bekannteste Werk aus Gahlenz: die 14,62 Meter hohe Stufenpyramide mit sechs Etagen. Die Werkstatt baute sie 1997 – das Guinness-Buch bestätigte sie als Rekord. Sieben Jahre später folgte ein 7,14 Meter hoher Nussknacker, ebenfalls ein Guinness-Rekord.
Die Geschichte des Betriebs reicht bis 1896 zurück. 1928 richtete Paul Sternkopf die Werkstatt auf kunsthandwerkliche Figuren aus. Zu DDR-Zeiten wurde die Firma verstaatlicht. 1993 übernahmen Jochen Schumann und Gundolf Berger den Betrieb und bauten ihn neu auf.
Im Sommer 2026 meldete die Erzgebirgische Holzkunst Gahlenz GmbH RuT Insolvenz an. Für die Beschäftigten und viele Sammler war das ein Schock. Rico Paul will jetzt die Marke bewahren und mit seiner Firma Steinbach neue Impulse setzen.