Region besonders betroffen

„Apokalyptische Situation“: Jetzt kommen die Maikäfer zu Millionen


16.04.2026 – 16:21 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Maikäfer krabbelt über ein Blatt (Symbolbild): Im Hessischen Ried steht ein Massenflug der Tiere bevor. (Quelle: Boris Roessler/dpa/dpa-bilder)

Hessen stellt sich auf Abermillionen Maikäfer ein. Der Nabu spricht von einem Naturschauspiel – Autofahrer sollten gewarnt sein.

In Hessen steht ein Massenanflug von Maikäfern kurz bevor: Wie der Naturschutzbund Nabu am Donnerstag mitteilte, würden eine halbe Milliarde Käfer in den kommenden Tagen den Waldboden im hessischen Ried verlassen und durch die Luft fliegen.

Der stellvertretende Nabu-Landesvorsitzende Bernd Petri sprach laut Mitteilung von einem „einmaligen Naturschauspiel“, das in der Region nur alle vier Jahre stattfinde. Insbesondere Autofahrer müssten sich rund um das Mönchhof-Dreieck auf Behinderungen einstellen. Beim zurückliegenden Massenflugjahr 2022 sei teils nur Schrittgeschwindigkeit möglich gewesen. „Die etwa zweieinhalb Zentimeter großen Käfer klatschten an die Scheibe. Es war eine apokalyptische Situation“, berichtet Petri.

Eine Plage für die Natur sind die Käfer laut Nabu nicht. Die Insekten ließen sich zwar „das frische Grün der Eichen und anderer Laubbäume schmecken“. Sie seien aber dennoch ein „wichtiger Teil unseres heimischen Ökosystems Wald“ und dienten „Vögeln und Fledermäusen als hochwertige Nahrung“.

Förster sehen in den kleinen Tieren hingegen auch eine Gefahr: Der örtliche Forstamtsleiter Klaus Velbecker sagte dem Hessischen Rundfunk, der Maikäfer sei „aktuell ein sehr großes Problem für uns im Wald“. Problematisch sei weniger das Fressverhalten der Maikäfer als die Engerlinge genannten Käfer-Maden. Diese fressen dem Forstamtsleiter die Feinwurzeln von Bäumen ab, so dass sie absterben.

Der Massenflug der Maikäfer alle vier Jahre ist nicht ungewöhnlich: Die Maden brauchen diese Zeit, um sich zu fertigen Käfern zu entwickeln. Das Phänomen werde aber „durch menschliches Handeln verstärkt“, wie der Nabu monierte. „In der Rheinebene finden die Käferlarven wegen der Absenkung des Grundwasserspiegels und der Entwässerung der Auen optimale Lebensräume auf dem warmen, trockenen und lockeren Sandboden“, hieß es.

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