Anschlagspläne des IS in Deutschland
17-Jähriger in Hamburg unter Terrorverdacht festgenommen – Dobrindt reagiert
Aktualisiert am 11.05.2026 – 17:54 UhrLesedauer: 2 Min.
In Hamburg ist ein 17-Jähriger festgesetzt worden. Er soll einen Terroranschlag vorbereitet haben, so die Ermittler. Innenminister Dobrindt äußert sich.
Wegen der mutmaßlichen Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags haben Spezialkräfte der Polizei in Hamburg einen 17-Jährigen festgenommen. Wie die Generalstaatsanwaltschaft der Hansestadt am Montag mitteilte, soll er eine Attacke auf Ziele wie ein Einkaufszentrum oder eine Polizeiwache ins Auge gefasst haben. Zu seinem Plan inspiriert worden sein soll er demnach durch die Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS).
Der Jugendliche soll dafür unter anderem Dünger, Grillanzünder, eine Sturmhaube und ein Messer beschafft haben. Laut Staatsanwaltschaft wollte er möglicherweise einen Sprengsatz bauen, Molotowcocktails einsetzen oder Menschen mit einem Messer angreifen.
Spezialeinsatzkräfte der Hamburger Polizei nahmen den Verdächtigen bereits am 7. Mai fest, teilten die Behörden mit. Bei einer Durchsuchung stellten die Beamten die genannten Gegenstände sicher.
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Die IS-Miliz kontrollierte frühere weite Gebiete im Bürgerkriegsland Syrien und im benachbarten Irak. Auf das Konto ihrer Anhänger gehen außerdem zahlreiche tödliche Attacken in westlichen Ländern, darunter in Deutschland. Dazu gehören ein mit einem Lastwagen verübter Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt im Jahr 2016 und ein Messerangriff auf ein Stadtfest in Solingen im Jahr 2024.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) wertete den Zugriff von Hamburg als Beleg für die gute Arbeit der Sicherheitsbehörden. „Der Verdächtige hat geäußert, dass er einen Terroranschlag plant. Bei der Durchsuchung wurden entsprechende Vorbereitungen sichergestellt“, sagte der CSU-Politiker dem „Münchner Merkur“.
Erhöhte Anschlagsgefahr seit Iran-Krieg
„Auch diese Aktion zeigt: Unsere Sicherheitsbehörden sind sehr wachsam. Es gibt nach wie vor eine hohe abstrakte Gefährdung, die durch den Krieg im Iran noch einmal größer geworden ist“, sagte Dobrindt. „Genau deswegen sind wir mit allen Sicherheitsbehörden in Europa und darüber hinaus eng vernetzt und haben das Gefährderpotenzial im Blick. Wir schlagen zu, wenn es konkrete Verdachtsmomente gibt.“
Seit Beginn des Iran-Kriegs verzeichnen die Behörden europaweit eine erhöhte Anschlagsgefahr. So kam es etwa in den Niederlanden zu einem Anschlag auf eine jüdische Schule und in Großbritannien zu einem Brandanschlag auf Rettungsfahrzeuge einer jüdischen Hilfsorganisation. Im Zuge eines Anschlags auf einen aus dem Iran stammenden IT-Experten der niederländischen Polizei gab es eine Festnahme in Dortmund.
