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Home » Magyar-Partei nominiert bekannten Orbán-Kritiker als Staatschef
Politik

Magyar-Partei nominiert bekannten Orbán-Kritiker als Staatschef

MitarbeiterBy MitarbeiterAugust 8, 2026
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Magyar-Partei nominiert bekannten Orbán-Kritiker als Staatschef

Ex-Gerichtspräsident Baka

Ungarns Regierungspartei nominiert neuen Staatschef

Aktualisiert am 08.08.2026 – 15:55 UhrLesedauer: 2 Min.

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Ungarns neuer Ministerpräsident Péter Magyar hat die Absetzung von Staatspräsident Tamas Sulyok durchgesetzt. (Quelle: Robert Hegedus/MTI via AP/dpa/dpa-bilder)

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Für das Präsidentenamt in Ungarn gibt es nach der Absage von Schach-Großmeisterin Polgar einen neuen Kandidaten: Die Fraktion der Regierungspartei Tisza teilte mit, dass sie András Baka, als Staatschef nominiert habe.

Für das Präsidentenamt in Ungarn gibt es nach der Absage von Schach-Großmeisterin Judit Polgar einen neuen Kandidaten: Die Fraktion der Regierungspartei Tisza teilte am Samstag mit, dass sie den früheren Präsidenten des Obersten Gerichtshofs, András Baka, für das Amt als Staatschef nominiert habe. Das Parlament soll demnach am Dienstag über die Personalie abstimmen. Die Wahl des Orban-Kritikers gilt angesichts der Zweidrittelmehrheit von Tisza in der Nationalversammlung als sicher.

Die Tizsa-Abgeordneten erklären, dass die Parteiführung ihnen nach Gesprächen mit zehn Kandidaten drei davon vorgeschlagen habe. In einer geheimen Abstimmung fiel die Wahl demnach auf Baka.

  • Energienot in Ungarn: Magyar kippt Orbáns Energiepolitik
  • „Zeitalter der Tyrannei“: Orbán fordert Widerstand gegen Magyar

Änderung in Ungarns Regierung: Orbán-Vertrauter aus Amt gedrängt

Ungarns bisheriger Präsident Tamas Sulyok, ein Vertrauter von Ex-Regierungschef Viktor Orban, wurde Ende Juli durch eine Verfassungsänderung aus dem Amt gedrängt. Sein nun nominierter Nachfolger Baka war als Präsident des Obersten Gerichts 2012 von heute auf morgen abgesetzt worden, nachdem er Orbans Justizreform scharf kritisiert hatte. Er ist in Ungarn auch bekannt als „der Richter, der Viktor Orban eine Absage erteilt hat“.

András Baka verfügt über jahrzehntelange juristische und richterliche Erfahrung, sowohl in Ungarn als auch international. Von 1990 bis 1998 war er Generaldirektor der Hochschule für öffentliche Verwaltung. Von 1991 bis 2008 war er Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. 2009 wählte ihn die Nationalversammlung zum Präsidenten des Obersten Gerichtshofs.

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Parlamentsgebäude in Budapest. Das Gebäude ist eines der Wahrzeichen der Stadt. (Quelle: Udo Herrmann)

Neuer Staatschef? Baka wurde von seinem alten Amt abgezogen

Nur drei Jahre später wurde er von seinem Amt abgezogen, nachdem er die Senkung des Ruhestandsalters für Richter von 70 auf 62 Jahre als „verschleierte Säuberungsaktion der Justiz“ angeprangert hatte. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) gab Baka 2016 Recht: Er befand, dass Bakas Entlassung darauf abzielte, die Justiz einzuschüchtern.

Während seiner gesamten Laufbahn habe Baka „dem Grundsatz der Gewaltenteilung besondere Bedeutung beigemessen“, begründete die Tizsa-Fraktion nun die Nominierung des Juristen. Der 73-Jährige habe sich dabei „stets konsequent für die Rechtsstaatlichkeit und die Unabhängigkeit der Justiz eingesetzt“. Sein Werdegang zeuge „von einem vorbildlichen Engagement für die demokratische Rechtsstaatlichkeit und die verfassungsrechtlichen Grundsätze“.

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