Wittelsbacher-Nachlass
Hier kommt jetzt eine Locke von Kaiserin Sisi unter den Hammer
10.06.2026 – 02:36 UhrLesedauer: 2 Min.
Mehr als 1000 Objekte aus dem Nachlass der Herzöge in Bayern kommen Ende Juni unter den Hammer. Darunter ein Stück von Kaiserin Sisi.
Eine Kinderlocke von Kaiserin Sisi für 500 Euro: das Münchner Auktionshaus Scheublein am Goetheplatz lädt Ende Juni zu einer ungewöhnlichen Sonderauktion ein.
Mehr als 1000 Objekte aus dem Nachlass der Herzöge in Bayern werden am 25. und 26. Juni versteigert. Der Katalog ist gewaltig: Porträtminiaturen, Schmuckstücke, Besteck, über 100 Tabakdosen, kostbare Waffen, Jagdröcke herzöglicher Forstbeamter. Als „vielleicht außergewöhnlichstes“ Objekt bewirbt Scheublein eine in Messing gerahmte Sammlung von Kinderhaaren der kleinen Elisabeth – der späteren Kaiserin Sisi – und ihrer sieben Geschwister, darunter Nené und Herzog Carl Theodor, der später das Familienoberhaupt werden sollte.
Sisis Locken sollen bis auf den Boden gereicht haben
Kunsthistorikerin Verena Dirnberger hat das Stück für die Auktion katalogisiert. „Es ist eine Besonderheit, dass so etwas auf den Markt kommt“, sagte sie der „tz“. „Ein Zeitdokument.“ Vor allem Sisi-Fans und Wittelsbacher-Sammler dürften laut Dirnberger als Bieter auftreten.
Dabei ist das Haar selbst legendär: Bis auf den Boden sollen Sisis Locken gereicht haben, fünf Kilogramm schwer. Dass Mutter Ludovika einst der kleinen Tochter ein Löckchen abschnitt und aufbewahrte, klingt vertraut – auch heute kleben manche Eltern das erste Schneggerl ins Babyalbum. Der Unterschied: Dieses hier landet nun im Auktionssaal.
Erinnerungen an Ludwig II. für einen Startpreis von 1.400 Eur0
Ebenfalls im Angebot: eine Porzellanfigur aus Wien, entstanden um 1854, die das frisch verlobte Paar Elisabeth und Franz Joseph zeigt – Franz Joseph trägt Uniform, Elisabeth ein Spitzenkleid. Schätzpreis: 400 Euro.
Zwei silberne Schokoladenkannen mit eingravierten „L“ rufen Erinnerungen an einen weiteren Wittelsbacher wach: Ludwig II. Die Kannen stammen aus dem Jahr 1857 – der spätere Märchenkönig war damals zwölfjähriger Kronprinz. Startpreis: 1.400 Euro.
Hirschfänger aus dem Besitz von Carl Theodor in Bayern
Den höchsten Schätzwert erzielt ein Hirschfänger aus dem Besitz von Carl Theodor in Bayern (1839–1909): Griff und Beimesser aus Silber mit vergoldeten Partien, die Scheide aus grünem Samt, die Klingen mit Jagdszenen verziert. Schätzpreis: 30.000 Euro.
Die Sonderauktion läuft in Kooperation mit der Philipp Württemberg Art Advisory GmbH und dem Auktionshaus Karl&Faber. Wer nicht persönlich dabei sein kann, verfolgt die Versteigerung am 25. und 26. Juni ab 12 Uhr live unter www.scheublein.com. Vorbesichtigungen sind am 18. und 19. sowie vom 22. bis 24. Juni möglich.










