In der Eifel wütet ein Waldbrand, große Flächen werden zerstört. Der Kölner Musiker Stephan Brings lebt in der Nähe und bekommt das Feuer im Hürtgenwald mit.
Seit Wochen brennen in Europa Wälder. Erst in Spanien, Südfrankreich und Griechenland. Und jetzt auch hier bei uns ganz in der Nähe. Hürtgenwald ist eine Gemeinde im Kreis Düren. Also nur etwa 60 Kilometer vom Kölner Dom entfernt.
Das Feuer dort hat schon große Teile des Waldes aufgefressen, der Ort Gey musste über Nacht evakuiert werden. Viele Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen, auch Helfer aus anderen Kreisen und Bundesländern kommen, um zu helfen. Hubschrauber holen unentwegt Wasser aus der Wehebachtalsperre, um der Flammen, die durch den Wind und die Hitze immer weiter angetrieben werden, Herr zu werden.
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Zur Person
Stephan Brings wurde als Musiker an der Seite seines Bruders Peter in der Kölschrock-Band Brings bekannt. Für t-online schreibt er eine regelmäßige Kolumne über alles, was uns Menschen im Rheinland bewegt.
Im Zweiten Weltkrieg sterben im Hürtgenwald Zehntausende Männer
Der Hürtgenwald hat eine lange Geschichte. Vor gut 80 Jahren tobte genau dort eine der schwersten Schlachten des Zweiten Weltkrieges. Die US Army, die sich nach der blutigen Landung in der Normandie durch Westeuropa an die Grenzen des Deutschen Reiches gekämpft hatte, erlebte hier noch einmal den erbitterten Widerstand der Wehrmacht.
Der Krieg war da für Hitler schon verloren. Dennoch wurden Amerikaner und Deutsche noch einmal in diese „Factory of Death“ (auf Deutsch: „Fabrik des Todes“) oder „Allerseelenschlacht“ geschickt. So nannten die Soldaten das Töten in der Rureifel. Der Hürtgenwald wurde das Grab für mehrere Zehntausend junge Männer beider Seiten.

Knapp 80 Jahre später brennt der Hürtgenwald erneut
Die deutschen Soldaten fielen für einen längst verlorenen Krieg, die amerikanischen, um Europa vom Faschismus zu befreien. Das ging über Wochen so. Am Ende war der einst dichte, grüne Wald ein Meer aus verkohlten Baumstümpfen, der Boden voll von Blindgängern.
Minen, Bomben und Munition lauern bis heute im Waldboden. Und jetzt brennt der Wald wieder. Es gab schon mehrere Explosionen, eben durch diese Gefahr im Boden. Die Feuerwehren können nicht überall an die Brände ran. Die Gefahr, dass diese alten Sprengsätze zünden, ist viel zu groß. Es gibt sogar Minen aus Glas. Die kann man gar nicht orten und bergen. Wenn’s ums Töten geht, war der Erfindergeist wohl schon immer grenzenlos. Das rächt sich jetzt im Feuer.