Nur neun der vierzig Aktien im Deutschen Aktienindex haben 2026 ein Rekordhoch erreicht. Trotzdem sind die Aussichten für das Jahresende und Ihr Portfolio vielversprechend.

Gefühlt ist die Stimmung an den Märkten deutlich schlechter, als es die großen Indizes vermuten lassen. EuroStoxx 50 und Dax haben erst im August ihre Hochs erreicht und seitdem leicht korrigiert, beim Nasdaq 100 datiert die Bestmarke aus dem Juni. Für sich genommen ist das ein ganz normaler Rücksetzer, wie er häufig im September zu sehen ist. Ein Blick unter die Oberfläche zeigt jedoch, dass die Korrektur bei vielen Einzelwerten bereits deutlich weiter fortgeschritten ist. Das muss allerdings nicht zwangsläufig ein schlechtes Zeichen sein.

Die trügerische Stärke des Dax

Auch beim Blick auf den Dax kann man derzeit leicht einer optischen Täuschung erliegen. Der Leitindex hat zuletzt um rund fünf Prozent korrigiert und damit eine für den Spätsommer durchaus normale Konsolidierung gezeigt. Die 40 Einzelwerte erzählen allerdings eine deutlich schwächere Geschichte. „Im Durchschnitt liegen die Aktien rund 18 Prozent unter ihren jeweiligen Jahreshochs“, erklären die Experten von CMC Markets. Für die mittelfristige Einschätzung ist jedoch ein anderer Wert entscheidender: Immerhin die Hälfte der Dax-Aktien behauptet ihre sogenannte 200-Tage-Linie. Bei einem großen Teil des Marktes ist der langfristige Aufwärtstrend damit weiterhin intakt.

Daniel Saurenz von Feingold Research begleitet Sie als Experte durch das Börsengeschehen. (Quelle: Goldlicht Fotografie)

Zur Person

Daniel Saurenz ist Gründer von Feingold Research und bietet mit seinem Team seinen seit 2010 etablierten Börsenbrief an. Sein Fokus liegt auf Vermögensaufbau und aktivem Trading an der Börse. Den Börsenbrief finden Sie auf feingoldresearch.de und auf www.instagram.com/saurenz_finance
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Genau diese Kombination ist für die aktuelle Einordnung wichtig. Kurzfristig hat die Korrektur bereits viele Aktien erfasst, während die langfristige Trendstruktur noch vergleichsweise stabil ist. Der Markt hat also bereits viel Schwäche verarbeitet, ohne dass der übergeordnete Aufwärtstrend flächendeckend beschädigt wurde.

Wenn Schwäche zur Chance wird

Ein Blick in die Vergangenheit liefert dafür interessante Parallelen. Ähnliche Niveaus bei der Marktbreite oberhalb der 200-Tage-Linie wurden bereits im August 2024, im Frühjahr 2025 während des Zoll-Crashs und nach den geopolitischen Verwerfungen zwischen den USA und dem Iran im Frühjahr dieses Jahres erreicht. In allen drei Phasen erwies sich die Schwäche beim Dax im Nachhinein als attraktive Einstiegsgelegenheit.

Das bedeutet nicht, dass sich die Geschichte wiederholt oder der Tiefpunkt heute bereits feststeht. Es zeigt aber, dass eine deutlich reduzierte Marktbreite innerhalb eines intakten langfristigen Trends nicht automatisch ein Verkaufssignal ist. Im Gegenteil: Wenn viele Aktien kurzfristig korrigieren, während ihre langfristigen Trends überwiegend intakt bleiben, kann daraus ein interessantes Chance-Risiko-Verhältnis für antizyklische Käufe entstehen.

Auch der Blick auf die vergangenen Rekordstände sollte deshalb nicht nur pessimistisch ausfallen. „Nur 9 der 40 Dax-Mitglieder haben 2026 bislang ein neues Rekordhoch erreicht. Bei einigen Konzernen liegt die historische Bestmarke sogar weit zurück. Mercedes-Benz notiert beispielsweise noch immer unter dem Rekordhoch aus dem Jahr 1998″, so Lars Reichel von der Börse München. Der Dax wird damit keineswegs von einer breit angelegten Hausse getragen.

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