Zehn Millionen Euro Gewinn
Krypto-Handys verraten Drogendealer
06.02.2026 – 03:58 UhrLesedauer: 1 Min.
Drei Männer handeln im großen Stil mit Drogen und verdienen Millionen. Doch was sie nicht ahnen: Ermittler lesen ihre Nachrichten mit.
Das Landgericht Düsseldorf hat drei Männer aus Köln und Leverkusen wegen großangelegten internationalen Drogenhandels zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Die elfte Strafkammer verhängte gegen den 36-jährigen Hauptangeklagten aus Köln eine Haftstrafe von neuneinhalb Jahren.
Gegen einen mitangeklagten gleichaltrigen Komplizen aus Köln sowie gegen einen 35-jährigen Helfer aus Leverkusen verhängten die Düsseldorfer Richter Haftstrafen von sieben beziehungsweise viereinhalb Jahren. Auch hier hatte die Staatsanwaltschaft längere Haftstrafen gefordert.
Die Drogendeals waren über vermeintlich abhörsichere Krypto-Handys abgewickelt worden. Deren verschlüsseltes Kommunikationssystem Encrochat hatten französische Ermittler vor Jahren geknackt und den riesigen Datensatz dann mit europäischen Kollegen geteilt. Dem Gericht standen daher umfangreiche Chatprotokolle zu den Drogengeschäften zur Verfügung.
Die Verbindungen reichten laut Anklage bis nach Kolumbien. So soll der Haupttäter gemeinsam mit anderen 2021 in dem südamerikanischen Land 750 Kilo Kokain im Wert von 50 Millionen Euro bestellt haben. Das Vorhaben scheiterte, weil das Boot der Drogenschmuggler im Januar 2021 beim Umladen auf hoher See der US-Küstenwache auffiel. Die Bootsbesatzung warf die Drogen über Bord und flüchtete.
Der Prozess hatte Ende November begonnen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.
