Nach weiterer Verzögerung

Kohlekraftwerk in Hamburg: Neuer Termin für Stilllegung steht fest

20.04.2026 – 15:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Hamburger Energiewerke haben die Stilllegung des Kohlekraftwerks Wedel zum 1. Juli 2027 beantragt. (Archivbild) (Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa/dpa-bilder)

Das Kohlekraftwerk Wedel bleibt mindestens sechs Monate länger am Netz als zuletzt geplant. Die Stilllegung sei zum 1. Juli 2027 beantragt worden, erklären die Hamburger Energiewerke.

Die Hamburger Energiewerke wollen das Heizkraftwerk Wedel (Kreis Pinneberg) Mitte nächsten Jahres abschalten. „Die Anlage soll nach aktuellem Planungsstand ab dem 01.07.27 stillgelegt werden“, teilte das städtische Unternehmen mit. Damit verzögert sich das lange geplante Aus für das Kohlekraftwerk um ein weiteres halbes Jahr.

Zuletzt hatten die Energiewerke Ende September vergangenen Jahres erklärt, die Abschaltung verschiebe sich bis Ende 2026. Jetzt hieß es, Ende März sei ein Antrag auf Stilllegung gestellt worden. Die Bundesnetzagentur, der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz und die Hamburger Energienetze seien über die „Stilllegungsabsicht“ informiert worden.

Ende 2026 soll den Angaben zufolge der Energiepark Hafen in Betrieb sein und das Kohlekraftwerk ersetzen. Kern des Energieparks ist ein neues Gaskraftwerk auf der Halbinsel Dradenau. „Sobald die Gas- und Dampfturbinenanlage reibungslos läuft und die Hamburgerinnen und Hamburger verlässlich mit Wärme versorgt, wird das Kraftwerk Wedel von den Hamburger Energiewerken nicht mehr für die Fernwärmeversorgung benötigt“, hieß es in der Mitteilung.

Wedel zählt zu den ältesten Kraftwerken Deutschlands. Die Stadt Hamburg hatte das in den 1960er Jahren von den Hamburger Electricitäts-Werken (HEW) erbaute Kraftwerk 2019 im Zuge des Fernwärmerückkaufs vom Energiekonzern Vattenfall zurückerworben. Eigentlich sollte die Anlage schon 2013 abgeschaltet werden, was sich aber wegen immer wieder geänderter Pläne und der Übernahme durch die Stadt Hamburg wiederholt verzögerte.

Der Energiepark Hafen ist den Angaben zufolge ein sogenannter modularer Erzeugerpark, der verschiedene klimaneutrale Wärmequellen wie Abwärme aus der Industrie und thermische Abfallverwertung sowie Abwasserwärme einbinden soll. Zentrale Komponente sei die neue Gas- und Dampfturbinen-Anlage, die im Kraft-Wärme-Kopplungs-Prozess betrieben werde. Als Brennstoff wird Erdgas genutzt werden. Es soll teilweise durch grünen Wasserstoff ersetzt werden können, sofern er verfügbar ist.

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