Wegen Kind durch Leihmutterschaft
CDU-Landesverband fordert Spahn-Rücktritt
Aktualisiert am 17.07.2026 – 16:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Jens Spahn hat ein Kind durch eine Leihmutter austragen lassen. Die CDU ist empört. Nun gibt es Rücktrittforderungen.
Der CDU-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern fordert Jens Spahns Rücktritt als Fraktionsvorsitzender im Bundestag. Zuvor war bekannt geworden, dass Spahn ein Kind per Leihmutterschaft in den USA hatte austragen lassen. Als Politiker hatte er sich dagegen eingesetzt, seine Partei lehnt ein solches Vorgehen grundsätzlich ab.
Daniel Peters, CDU-Chef in Mecklenburg-Vorpommern, sagte der „Bild“-Zeitung: „Jens Spahn hat als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion eine besondere Vorbildfunktion innerhalb der Union. Mit einer Leihmutterschaft in den USA hat Spahn sich in voller Absicht über in Deutschland geltendes Recht hinweggesetzt.“
- Kommentar zu Jens Spahns Leihmutterschaft: Das ist bigott
„Spahn ist nicht mehr tragbar“
Zudem nehme Spahn für sich in Anspruch, als Privatperson ganz anders handeln zu können, als er als CDU-Mandatsträger abstimme. „Das geht überhaupt nicht“, so Peters. Er betonte: „Die CDU steht für Glaubwürdigkeit und Klarheit, gerade in ethisch sensiblen Fragen. Jens Spahn ist als Vorsitzender der Unionsfraktion nicht mehr tragbar und muss zurücktreten.“
Kritik kam auch aus der Senioren-Union. Deren Vorsitzender Hubert Hüppe zeigte sich im „Spiegel“ „persönlich geschockt“ von der Neuigkeit über Jens Spahns Entscheidung für eine Leihmutter. „Wir haben als CDU den klaren Beschluss des Bundesparteitages, dass wir Leihmutterschaft ablehnen. Die CDU war die Partei, von der man sagte, dass sie bei dem Thema am deutlichsten ist“, sagte Hüppe. „Natürlich kann ich verstehen, dass jeder Mensch den Wunsch auf ein Kind hat, auch homosexuelle Paare, aber es geht darum, ob man Frauen instrumentalisiert.“
Kirche beklagt „Doppelmoral“
Die Landesvorsitzende der Frauen-Union Mecklenburg-Vorpommern, Chris Günther, fordert Spahn direkt „zum Rücktritt von seinen politischen Ämtern“ auf. Die Antwort auf den Kinderwunsch eines homosexuellen Paares dürfe nicht „die Verschiebung bioethischer Grenzen sein“. Die Union weiche ihre Grundwerte nicht für Einzelfälle auf. „Der menschliche Körper darf niemals zum Gegenstand von Verträgen oder kommerziellen Interessen herabgestuft werden.“
Ellen Demuth, Bundestagsabgeordnete aus Rheinland-Pfalz, erklärte laut einem Bericht von „Politico“, sie fühle sich von Spahn als Fraktionschef „nicht mehr repräsentiert“. „Politico“ zitiert aus einer Nachricht Demuths an ihren Kreisverband: „Ein Kind ist kein Haustier oder ein Spielzeug, das man sich nach belieben kaufen kann.“ Sie wirft Spahn eine „Doppelmoral, die ich für unerträglich halte“ vor.










