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Home » «Parteitag der Schande» – Machtkampf in NRW-AfD eskaliert
Politik

«Parteitag der Schande» – Machtkampf in NRW-AfD eskaliert

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 18, 2026
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«Parteitag der Schande» – Machtkampf in NRW-AfD eskaliert

Aufstellung der Landesliste

„Parteitag der Schande“ – Machtkampf in NRW-AfD eskaliert

Aktualisiert am 17.07.2026 – 15:35 UhrLesedauer: 3 Min.

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Beim AfD-Wahlparteitag in Marl ist der Machtkampf zwischen zwei innerparteilichen Lagern eskaliert. (Quelle: Henning Kaiser/dpa/dpa-bilder)

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Tumulte, Beschimpfungen – schließlich verlässt ein Lager unter Protest den Saal. Bei der AfD in Nordrhein-Westfalen eskaliert der Machtkampf. Landeschef Vincentz kann seine Kandidaten nun durchsetzen.

Begleitet von heftigen Tumulten und lauten Beschimpfungen ist der Machtkampf in der nordrhein-westfälischen AfD weiter eskaliert. Das Lager um Landeschef Martin Vincentz hat bei einem Parteitag erreicht, dass ein Großteil der aussichtsreichen Listenplätze für die Landtagswahl im kommenden Jahr mit eigenen Leuten besetzt wird.

Das Lager hinter der Bundesvorsitzenden Alice Weidel ging weitgehend leer aus. Auch die Forderung des Bundesvorstands, die Aufstellung der Landesliste abzubrechen und später neu zu beginnen, lehnten die Delegierten mit klarer Mehrheit ab.

Das Weidel-Lager verließ daraufhin unter Protest den Saal. Der stellvertretende Landesvorsitzende Christian Zaum sprach von einem „Parteitag der Schande“. Im Bundesvorstand der Partei wird Berichten zufolge darüber nachgedacht, Vincentz und den NRW-Landesvorstand des Amtes zu entheben.

Vincentz-Gegner starteten „Operation Filibuster“

Der Wahlparteitag hatte am vergangenen Wochenende in Marl im Norden des Ruhrgebiets begonnen und soll den Plänen zufolge bis in den Herbst hinein an mehreren Wochenenden fortgesetzt werden. Die Delegierten entscheiden darüber, wer auf welchem Platz der Landesliste für die AfD bei der Landtagswahl im größten deutschen Bundesland antritt. Angesichts der hohen Umfragewerte rechnet die Partei damit, dass sie 2027 mit mindestens 30 Abgeordneten in den Landtag einziehen könnte. Derzeit sitzen 12 AfD-Abgeordnete im Parlament.

Doch der Landesverband ist seit langem tief zerstritten und in ein eher gemäßigt auftretendes Lager rund um Vincentz und ein weiter rechts orientiertes Lager gespalten. Am vergangenen Wochenende eskalierte dieser Machtkampf erneut. Die Gruppe hinter Weidel warf dem Vincentz-Lager vor, nur die eigenen Leute zu wählen, anstatt alle Strömungen in der Partei zu berücksichtigen. Schließlich startete eine Gruppe von Delegierten die „Operation Filibuster“.

Als Filibuster wird eine Taktik bezeichnet, mit der durch andauernde Reden die Beschlussfassung in einem Parlament verhindert werden soll. Beim AfD-Parteitag funktionierte das so, dass für Listenplatz 22 plötzlich mehr als 90 Kandidaten nominiert wurden. Jedem von ihnen standen acht Minuten Redezeit zu – der Zeitrahmen des Parteitags war dadurch am vergangenen Wochenende völlig gesprengt.

AfD-Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla (Archivbild)Vergrößern des Bildes
Kurz vor dem zweiten Parteitags-Wochenende mischten sich auch die AfD-Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla in den Streit ein. (Archivbild) (Quelle: Fabian Sommer/dpa/dpa-bilder)

Bundesspitze interveniert – Landeschef spricht von „Sabotage“

Auch zwischen den beiden Parteitags-Wochenenden ging die Eskalations-Spirale weiter. In einem Brief mischte sich die Bundesparteispitze ein. Weidel und Co-Parteichef Tino Chrupalla warfen Vincentz Unregelmäßigkeiten bei der Nominierung der Kandidatenliste vor. Mehrere in ihrem Kern übereinstimmende Schilderungen sprächen dafür, „dass stimmberechtigte Delegierte bedroht oder erheblich unter Druck gesetzt“ worden seien, schreiben die Parteichefs an den NRW-Landesvorstand.

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